Zum Hauptinhalt springen

Polizei nimmt radikale Islamisten in Kosovo fest

In Kosovo hat die Polizei 40 Jihadisten geschnappt, die in Syrien an der Seite von islamistischen Terroristen gekämpft haben sollen. In Deutschland erwägen Politiker ein härteres Vorgehen gegen Islamisten.

Erfolgreicher Einsatz: Kosovarische Polizisten bewachen nach einer Razzia den Eingang einer behelfsmässigen Moschee in Pristina. (11. August 2014)
Erfolgreicher Einsatz: Kosovarische Polizisten bewachen nach einer Razzia den Eingang einer behelfsmässigen Moschee in Pristina. (11. August 2014)
Visar Kryeziu, Keystone

In Kosovo haben Spezialeinheiten der Polizei 40 mutmassliche Jihadisten festgenommen. Die Kosovaren würden verdächtigt, im Bürgerkrieg in Syrien an der Seite von «Terrororganisationen» gekämpft zu haben, verlautete aus Polizeikreisen.

Die Männer wurden demnach von der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) und der mit al-Qaida verbündeten Al-Nusra-Front rekrutiert. Bei etwa 60 Durchsuchungen wurden den Angaben zufolge «Sprengsätze, Waffen und Munition» sichergestellt. Auch Treffpunkte von Muslimen, die zur Anwerbung von Jihadisten dienten, wurden durchsucht.

Die kosovarische Präsidentin Atifete Jahjaga lobte die Arbeit der Ermittler und betonte, ihr Land sei «kein Zufluchtsort für Extremisten.» Die Polizei in Kosovo hatte bereits Ende Juni drei Kosovaren festgenommen, denen die Anwerbung von Jihadisten für den Bürgerkrieg in Syrien zur Last gelegt wird. Zudem sollen sie Selbstmordanschläge in Kosovo geplant haben.

Medienberichten zufolge waren die drei Verdächtigen Teil einer Gruppe von etwa 150 Islamisten aus Kosovo, die sich dem Kampf gegen Syriens Staatschef Bashar al-Assad angeschlossen haben. Nach Angaben der Polizei wurden 16 Kosovaren bei Gefechten an der Seite der Jihadisten in Syrien und im Irak getötet.

Deutschland diskutiert Ausweisentzug

Im Kampf gegen Islamisten mit deutschem Pass erwägt der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ein härteres Vorgehen. Eine Arbeitsgruppe der Innenminister von Bund und Ländern prüfe derzeit, ob deutschen Staatsbürgern im Verdachtsfall sogar der Personalausweis abgenommen werden könne, sagte de Maizière. Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach forderte härtere Gesetze auch gegen Extremisten mit ausländischem Pass, während sich SPD und Opposition gegen jegliche Verschärfung wandten. De Maizière verwies darauf, dass deutschen Staatsbürgern schon jetzt notfalls der Reisepass entzogen werden könne. Er räumte ein, dass der Entzug des Personalausweises «ein schwerwiegender Eingriff» wäre, «weil wir ja sonst von jedem Deutschen verlangen, einen Personalausweis mit sich zu führen».

Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes reisen deutsche Islamisten über die Türkei in das Bürgerkriegsland Syrien. Ein Entzug des Passes kann solche Reisen nicht verhindern, da für die Einreise in die Türkei der Personalausweis reicht. In Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt es Befürchtungen, dass nach Syrien ausgereiste Islamisten noch weiter radikalisiert und kampferprobt zurückkehren und Anschläge verüben könnten.

AFP/thu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch