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«Putin schenkt Chodorkowski ein paar Monate Freiheit»

Was steckt hinter der Begnadigung von Michail Chodorkowski durch Russlands Präsident Wladimir Putin? Einschätzungen von Russland-Experte Ewald Böhlke, Direktor eines deutschen Thinktanks.

Wegen Steuerhinterziehung und Betrug seit zehn Jahren inhaftiert: Michail Chodorkowski, Putin-Kritiker und einst milliardenschwerer Chef des Ölkonzerns Yukos.
Wegen Steuerhinterziehung und Betrug seit zehn Jahren inhaftiert: Michail Chodorkowski, Putin-Kritiker und einst milliardenschwerer Chef des Ölkonzerns Yukos.
Keystone

Herr Böhlke, Wladimir Putin will seinen härtesten Kritiker Michail Chodorkowski begnadigen. Wie sehr ist das eine Überraschung? Das war zu erwarten. Denn die angelaufene Massenamnestie war insbesondere von Unternehmern und Wirtschaftsverbänden schon lange gefordert worden. Im letzten Frühjahr gab es in Russland viele Diskussionen um die Notwendigkeit einer Amnestie, weil Tausende Unternehmer seit Jahren ungerechtfertigt im Gefängnis sitzen, zum Beispiel auf Grund von Denunziationen von Konkurrenten. In diesem Kontext war klar, dass jetzt auch die Frage anstand, ob Chodorkowski unter die Amnestie fallen soll. Im nächsten Jahr hätte Chodorkowski ohnehin seine Strafe abgesessen, und er wäre dann freigekommen. Insofern schenkt Putin Chodorkowski ein paar Monate Freiheit.

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