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Putins Macht

Wladimir Putin sieht Russland durch den Westen bedrängt. Die Stärke des Staates unter Beweis zu stellen, ist der Kern seiner Politik.

Bewundert die skrupellose Macht des sowjetischen Diktators Josef Stalin als Ausdruck russischer Stärke: Wladimir Putin. Foto: Keystone
Bewundert die skrupellose Macht des sowjetischen Diktators Josef Stalin als Ausdruck russischer Stärke: Wladimir Putin. Foto: Keystone

Mehrfach hat sich Wladimir Putin in letzter Zeit gegen die Aussage verwahrt, die Sowjetunion habe durch ihr Abkommen mit Hitler-Deutschland den Beginn des Zweiten Weltkriegs begünstigt. Zuletzt schimpfte der russische Präsident vor Generälen kurz vor Weihnachten in Moskau über den damaligen polnischen Botschafter in Berlin. Dieses «antisemitische Schwein» habe mit Hitler kooperiert. Polen trage eine Mitschuld am Ausbruch des Krieges. Polen hat diese Aussagen scharf kritisiert. Immerhin teilten Deutschland und die Sowjetunion das Territorium des Landes in einem Geheimzusatz zum Stalin-Hitler-Pakt unter sich auf.

Putins Aussagen sind nicht neu: Ähnliches hat er schon vor 10 Jahren gesagt. Neu ist die Aggressivität, mit der er den russischen Standpunkt vertritt. Putin sieht das heutige Russland als Nachfolger der Sowjetunion. Die Stärke dieses Staates unter Beweis zu stellen, ist der Kern seiner Politik.

Dazu gehört auch eine Umdeutung der Geschichte: Die Gräueltaten des sowjetischen Diktators Josef Stalin werden heruntergespielt, seine skrupellose Macht hingegen als Ausdruck russischer Stärke bewundert. Stalins Besetzung Polens wird ausgeblendet, sein Pakt mit Hitler hingegen ver­teidigt als taktische Notwendigkeit zu einer Zeit, in der Deutschland alle Länder Europas bedrängte.

Ähnlich erklärt Putin Russlands Übernahme der Krim oder seine Aggression gegen die Ukraine – als Reaktion auf die Bedrängung Russlands durch den Westen. Für Putin zählt einzig die Macht. Bei der russischen Bevölkerung kommt das gut an. Die Beziehung zu den Nachbarländern im Westen hingegen wird immer schwieriger.

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