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Rai trennt sich von Berlusconi-kritischem Starmoderator

Michele Santoro arbeitet nicht mehr für den öffentlich-rechtlichen italienischen Sender. Er hatte Berlusconi in seiner Show heftig kritisiert.

Ab dem kommenden Herbst werde er nicht mehr als RAI-Journalist tätig sein, er werde jedoch weiterhin als freier Mitarbeiter mit der TV-Anstalt zusammenarbeiten, teilte Santoro mit. Die Gründe der Trennung gab der Starjournalist nicht bekannt. Die von Rai 2 donnerstags ausgestrahlte Show «Annozero» (etwa das Jahr Null) wird noch regelmässig bis zum 10. Juni gesendet werden.

Santoro ist seit jeher ein Erzfeind Berlusconis. Der Premierminister 2002 hatte Santoro und den inzwischen verstorbenen Starjournalisten Enzo Biagi aus der Rai gedrängt. Deren Sendungen hätten ihm bei den Wahlen 2001 Millionen Stimmen gekostet, hatte er behauptet. Berlusconi hatte den Urnengang klar gewonnen. Ein Jahr später hatte Santoro einen Prozess gegen die Rai gewonnen, daher musste ihn die TV-Anstalt wieder anstellen.

Callgirl Patrizia D'Addario interviewt

Bei der ersten Sendung nach der Sommerpause im vergangenen September hatte Santoro das Callgirl Patrizia D'Addario interviewt, das eine Nacht mit Berlusconi verbracht haben soll. Auch das Thema Medienfreiheit und die Interessenskonflikte Berlusconis standen immer wieder im Mittelpunkt der über zweistündigen Show, die unerwartet hohe Einschaltquoten meldete.

5,5 Millionen Italiener verfolgten in den vergangenen Monaten regelmässig die Show, die zu Berlusconis Ärger zu den meistgesehenen Rai-Sendungen zählt. Santoros Trennung von der Rai hat die Debatte über den Einfluss Berlusconis auf die Medien des Landes weiter angeheizt und Forderungen nach einer Auflösung des Interessenskonflikts per Gesetz lauter werden lassen. Der Regierungschef ist Besitzer der drei grössten landesweiten TV-Sender, die mit Rai in einem Konkurrenzverhältnis stehen.

SDA/sam

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