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Runter mit dem Atomstrom in Frankreich

Frankreich ist Weltmeister punkto AKW. Jetzt hat das Parlament eine Reduktion beschlossen. Und was heisst die Energiewende à la française für Fessenheim?

Bald sollen weniger Dampfwolken von AKW über Frankreich aufsteigen: Kühltürme in Saint Laurent bei Orleans.
Bald sollen weniger Dampfwolken von AKW über Frankreich aufsteigen: Kühltürme in Saint Laurent bei Orleans.
Reuters

Die französische Nationalversammlung hat für die Senkung des Anteils der Atomkraft an der Stromproduktion von derzeit 75 auf 50 Prozent im Jahr 2025 votiert. Die Abgeordneten stimmten am Freitag für den ersten Artikel eines neuen Energiewendegesetzes, in dem die von Staatschef François Hollande versprochene Atomstromreduzierung festgeschrieben ist.

Festgehalten sind auch die Ziele, den Energieverbrauch in Frankreich bis 2050 um 50 Prozent zu senken und den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren.

Mehr erneuerbare Energie

Mit dem Energiewendegesetz soll die Abhängigkeit von Atomstrom und Energie-Importen gesenkt und der Kampf gegen den Klimawandel verstärkt werden. 2020 sollen erneuerbare Energien 23 Prozent der französischen Stromproduktion ausmachen, 2030 dann 32 Prozent.

2012 lag der Anteil bei knapp 14 Prozent. Der Anteil fossiler Energieträger wie Erdöl soll bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden. Umweltministerin Ségolène Royal beteuerte, der neue Strommix entlaste die Geldbeutel der Konsumenten.

Hollandes Wahlversprechen für Fessenheim

Die konservative Oppositionspartei UMP kritisierte die Senkung des Anteils der Atomenergie. Der UMP-Abgeordnete Michel Sordi sagte, die Atomkraft sei «Teil der Energiewende». Im Sordis Wahlkreis liegt das älteste Atomkraftwerk Frankreichs, das elsässische AKW Fessenheim nahe der deutschen und der Schweizer Grenze.

Hollande hat versprochen, Fessenheim bis Ende 2016 stillzulegen. Das ist aber nicht im künftigen Energiewendegesetz verankert. Festgeschrieben wird darin lediglich eine Kapazitätsobergrenze von 63 Gigawatt für die Atomkraft, was dem heutigen Stand entspricht.

Royal zu Fessenheim

Da 2016 der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) im nordfranzösischen Flamanville in Betrieb gehen soll, müssen im Gegenzug andere Reaktoren stillgelegt werden. Umweltministerin Royal sagte aber unlängst, es müssten nicht zwangsläufig die beiden Reaktoren in Fessenheim sein.

Sie stellte damit offen Hollandes Wahlversprechen einer Schliessung von Fessenheim infrage. Die Nationalversammlung wird am kommenden Dienstag über den gesamten Text des Energiewendegesetzes abstimmen. Es muss dann noch den Senat passieren.

SDA/cpm

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