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Sacharow-Preis geht an zwei Jesidinnen

Das Europaparlament zeichnet zwei ehemalige Gefangene der Terrormiliz Islamischer Staat mit seinem Preis für Meinungsfreiheit aus.

Zum zweiten Mal für ihren Mut ausgezeichnet: Die Jesidin Nadia Murad spricht im Europarat in Strassburg. (10. Oktober 2016)
Zum zweiten Mal für ihren Mut ausgezeichnet: Die Jesidin Nadia Murad spricht im Europarat in Strassburg. (10. Oktober 2016)
Patrick Seeger/EPA, Keystone
Vom Europarat wurde sie erst kürzlich auch den Vaclav-Havel-Preis erhalten. (10. Oktober 2016)
Vom Europarat wurde sie erst kürzlich auch den Vaclav-Havel-Preis erhalten. (10. Oktober 2016)
Patrick Seeger/EPA, Keystone
Die Menschenrechtsaktivistin trage mit ihrem Engagement dazu bei, eine bessere Welt zu schaffen, hiess es damals zur Begründung: Murad bei einem Gespräch mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos (r.). (30. Dezember 2015)
Die Menschenrechtsaktivistin trage mit ihrem Engagement dazu bei, eine bessere Welt zu schaffen, hiess es damals zur Begründung: Murad bei einem Gespräch mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos (r.). (30. Dezember 2015)
Yannis Pavagopoylos, AFP
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Der diesjährige Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit geht an zwei irakische Jesidinnen, die von der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verfolgt und versklavt wurden. Der Preis des Europaparlaments werde Nadia Murad und Lamia Hadschi Baschar verliehen, teilte der Fraktionsführer der Liberalen, Guy Verhofstadt, vor der offiziellen Bekanntgabe über Twitter mit. Die «mutigen jesidischen Frauen, die aus der Gefangenschaft des Daesh geflohen sind (...) gewinnen den Sacharow-Preis», schrieb Verhofstadt.

Murad, die als UN-Sonderbotschafterin auf das Schicksal der religiösen Minderheit der Jesiden aufmerksam macht, war im August 2014 von IS-Kämpfern verschleppt und wiederholt vergewaltigt worden, bis ihr drei Monate später die Flucht nach Deutschland gelang. Sie hatte erst kürzlich auch den Vaclav-Havel-Preis des Europarates erhalten. Die Menschenrechtsaktivistin trage mit ihrem Engagement dazu bei, eine bessere Welt zu schaffen, hiess es damals zur Begründung.

Die 23-Jährige Murad gehört der kurdischsprachigen Minderheit der Jesiden im Irak an, die von der IS-Miliz grausam verfolgt wird. Murad fordert ein internationales Tribunal zu den Verbrechen des IS. Nach ihren Angaben wurden rund 12'000 Jesiden Opfer der Miliz – Männer wurden getötet, Frauen und Mädchen als Sexsklavinnen ausgebeutet.

Verteidiger von Menschenrechten und Grundfreiheiten

Der Sacharow-Preis ist nach dem sowjetischen Dissidenten Andrej Sacharow benannt. Er wurde 1988 ins Leben gerufen, um Einzelpersonen oder Gruppen zu ehren, die Menschenrechte und Grundfreiheiten verteidigen. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den saudiarabischen Blogger Raif Badawi.

(sda/afp)

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