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Schrecksekunde am Rande des Papstbesuchs

Papst Benedikt XVI. wurde am dritten Tag seines Deutschlandbesuchs auf dem Münsterplatz von tausenden Gläubigen in Freiburg begrüsst. In Erfurt schoss ein Mann zuvor viermal auf Sicherheitsleute.

Papst Benedikt XVI. spricht im Münster von Freiburg den Segen. (24. September 2011)
Papst Benedikt XVI. spricht im Münster von Freiburg den Segen. (24. September 2011)
Reuters
Zehntausende jubeln in Erfurt Papst Benedikt XVI. zu. (24. September 2011)
Zehntausende jubeln in Erfurt Papst Benedikt XVI. zu. (24. September 2011)
Reuters
Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren (Olympiastadion in München). (21. September 2011)
Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren (Olympiastadion in München). (21. September 2011)
Reuters
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Es war eine Schrecksekunde unmittelbar vor Beginn einer friedlichen Riesenfeier: Während sich Zehntausende Katholiken am Samstagmorgen zum Erfurter Domplatz aufmachten, um dort gemeinsam mit Papst Benedikt XVI. einen Gottesdienstes zelebrieren, schoss ein Mann knapp 400 Meter Luftlinie entfernt auf Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes. Die Schüsse gab der Mann aus einem Dachgeschoss-Fenster heraus ab, verletzt wurde niemand. Bei der Waffe soll es sich um ein Luftgewehr handeln.

Insgesamt vier Mal soll der 30-Jährige nach Polizeiangaben am frühen Morgen aus einem Fenster im Dachgeschoss auf die Mitarbeiter gefeuert haben, die an einer Personenschleuse im äusseren Bereich der Erfurter Altstadt eingesetzt waren. Die Schüsse fielen bereits gegen sieben Uhr am Morgen, erst zwei Stunden später meldete die Firma den Vorfall den Behörden.

Spezialkommando stürmte nach dem Gottesdienst die Wohnung

«Die Polizei hat den Vorfall sehr sorgfältig geprüft und die betreffende Wohnung ausfindig gemacht. Dann wurde telefonisch Kontakt zu dem Mann aufgenommen», sagte ein Polizeisprecher. Der Versuch, mit dem Schützen zu reden, sei allerdings gescheitert. Da es sich bei den am Tatort aufgefundenen Projektilen lediglich um einfache Bleigeschosse handelte, sei das Sondereinsatzkommando zunächst nicht zum Einsatz gekommen. «Hätten wir richtige Geschosse gefunden, wäre das Vorgehen sicherlich ein ganz anderes gewesen», betonte der Sprecher.

Erst nach dem Ende des Gottesdienstes auf dem Domplatz gegen elf Uhr entschlossen sich die Beamten schliesslich zum Zugriff. Sondereinsatzkräfte brachen die Tür auf stürmten die Wohnung. Der mutmassliche Schütze wurde vorläufig festgenommen. Von den Gläubigen in der Erfurter Altstadt blieb der Vorfall völlig unbemerkt.

Nicht vorbestraft

Thüringens Innenminister Jörg Geibert (CDU) sah die Sicherheit während des Papstbesuches durch den Vorfall nicht gefährdet. «Das Geschehen ereignete sich am äussersten Rand des Sicherheitsbereiches, es hat zu keiner Zeit ein Sicherheitsrisiko bestanden», sagte Geibert.

Gegen den Mann wird nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. In einer ersten Vernehmung bestritt er die Tat. Der gebürtige Erfurter, der in Berlin lebt, ist nach Polizeiangaben nicht vorbestraft. Er soll am Wochenende zu Besuch bei einem Freund gewesen sein. Unbestätigten Angaben zufolge soll der Mann nicht allein in der Wohnung gewesen sein. Zeugen hatten beobachtet, wie die Einsatzkräfte eine zweite Person aus der Wohnung geholt hatten und mit einem Krankenwagen abtransportierten.

AFP/pbe

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