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Serbische Nationalisten schäumen vor Wut

Tausende serbische Hardliner sind in Belgrad auf die Strasse gegangen und haben gegen die Festnahme von Ratko Mladic protestiert. Dabei kam es zu schweren Ausschreitungen.

Bosnische Serben demonstrieren gegen die Verhaftung von Mladic in Kalinovik, dem Heimatort ihres ehemaligen miltärischen Führers. (29. Mai 2011)
Bosnische Serben demonstrieren gegen die Verhaftung von Mladic in Kalinovik, dem Heimatort ihres ehemaligen miltärischen Führers. (29. Mai 2011)
Keystone
Eine Demonstration gegen die Verhaftung von Ratko Mladic gerät in Belgrad ausser Kontrolle. (29. Mai 2011)
Eine Demonstration gegen die Verhaftung von Ratko Mladic gerät in Belgrad ausser Kontrolle. (29. Mai 2011)
Keystone
Eine Aufnahme des bosnischen Staatsfernsehens zeigt den flüchtigen Kriegsverbrecher Mladic an einem unbekannten Ort im Juli 2009.
Eine Aufnahme des bosnischen Staatsfernsehens zeigt den flüchtigen Kriegsverbrecher Mladic an einem unbekannten Ort im Juli 2009.
Keystone
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Rechtsextremisten lieferten sich im Zentrum der serbischen Hauptstadt Belgrad am Sonntagabend Strassenschlachten mit der Polizei. Angesichts von Gewalt und Chaos brach die extrem nationalistische oppositionelle Radikale Partei (SRS) die Demonstration gegen die drohende Auslieferung Mladics ans UNO-Kriegsverbrechertribunal ab.

Mit einigen tausend Menschen waren deutlich weniger als erwartet zur Unterstützung von Mladic vor dem Parlament im Zentrum Belgrads erschienen. «Wir sind hier um diesen Verrätern zu zeigen, wie echte Serben einen serbischen Helden verteidigen», sagte ein Teilnehmer.

Auch in Mladic' bosnischer Geburtsstadt Kalinovik gingen rund 3000 Menschen auf die Strasse. «Er war und bleibt für uns ein Held, der Beschützer des serbischen Volks», sagte ein junger Mann. Über der wichtigsten Strasse des Orts hing ein Banner mit der Aufschrift «Willkommen in Mladic's Stadt».

Sohn und Anwalt legen Verteidigungslinien dar

In Belgrad beteuerte zuvor Sohn Darko, Vater Ratko Mladic habe nichts mit dem Massaker in Srebrenica zu tun. Mladics Verteidiger Milos Saljic verwandte sich gegen eine mögliche Auslieferung nach Den Haag mit dem Argument, sein Mandant sei psychisch krank.

Mladic war nach 16 Jahren auf der Flucht am Donnerstag festgenommen worden. Der frühere General der bosnischen Serben wurde vom Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal unter anderem wegen des Massakers in der bosnischen Stadt Srebrenica 1995 angeklagt. Für viele seiner Landsleute ist er bis heute ein Held.

SDA/rub

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