Zum Hauptinhalt springen

Sieg des Unbehagens

Es gibt einen Grund für den Triumph der Alternative für Deutschland. Sie bedient ein in Deutschland weitverbreitetes Gefühl.

So sehen politische Erdbeben aus: Die Alternative für Deutschland (AFD) hat in Thüringen und Brandenburg aus dem Stand über 10 Prozent gemacht. Vor zwei Wochen triumphierte die Partei schon in Sachsen, auch bei der Europawahl im Mai war sie der Überraschungssieger.

Grund für den gewaltigen Aufstieg: Die AFD bedient ein weitverbreitetes Gefühl in Deutschland. Dieses Gefühl heisst Unbehagen. Die Welt ist kompliziert geworden in den letzten Jahren: erst Banken, die plötzlich pleitegingen; dann die undurchschaubare Eurokrise; jetzt ein bedrohlicher Konflikt mit Russland. Auch die deutsche Gesellschaft selber ändert sich. Alte Strukturen wie Vereine oder Kirchen verlieren an Strahlkraft; es gibt immer weniger Kinder; die Einwanderung nimmt zu. Das alles verunsichert viele Menschen.

Das Versprechen von der guten alten Zeit

Die etablierten Parteien haben noch kein Rezept dagegen gefunden. Für schwierige Probleme gibt es eben keine einfachen Lösungen. Die AFD sieht das anders: Mit ihrer Rückbesinnung auf das Nationale und einem gesellschaftspolitischen Konservativismus verspricht sie eine Rückkehr in eine vermeintlich gute alte Zeit.

Deutschland ist nicht das einzige Land, in dem ein solcher Rechtspopulismus als Antwort auf Globalisierung und Modernisierung Zulauf findet. Fast überall in Europa lässt sich das beobachten. Aus diesem Grund ist es auch unwahrscheinlich, dass es sich bei den Erfolgen der Alternative für Deutschland um ein Strohfeuer handelt. Der Zeitgeist sorgt dafür, dass man mit dieser Partei auch künftig rechnen muss.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch