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So läuft die schwierige Mission ab

Sechs Beobachter des UN-Sicherheitsrats sind inzwischen in Syrien eingetroffen, 250 sollen es schlussendlich sein. Ihr Ziel ist die Einrichtung eines landesweiten Kontrollsystems. Eine planerische Herausforderung.

Der Grundstein zur Mission ist gelegt: Die ersten Kontrolleure treffen in Damaskus ein. (17. April 2012)
Der Grundstein zur Mission ist gelegt: Die ersten Kontrolleure treffen in Damaskus ein. (17. April 2012)
AFP

Angesichts der anhaltenden Kämpfe in Syrien steht die UN-Beobachtermission nach Ansicht ihres marokkanischen Chefs Ahmed Himmisch vor einer schwierigen Aufgabe. Die Kontrolleure müssten «in kleinen Schritten» vorgehen und ihre Arbeit genau mit der Regierung und den Aufständischen abstimmen, sagte heute der Oberst. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Damaskus auf, den Beobachtern volle Bewegungsfreiheit zu gewähren.

Der Einsatz der Beobachter war am Samstag vom UN-Sicherheitsrat beschlossen worden. Die ersten sechs unbewaffneten Kontrolleure, die die Einhaltung des am vergangenen Donnerstag in Kraft getretenen Waffenstillstands überwachen sollen, trafen am Sonntag in Damaskus ein. Die Waffenruhe ist Teil des Friedensplans des UN-Sondergesandten Kofi Annan. «Dies ist eine schwierige Mission, die Koordination und Planung braucht», sagte Himmisch.

Hauptquartier in Damaskus

Ein UN-Sprecher sagte, erste Aufgabe der Beobachter sei die Einrichtung eines Hauptquartiers in Damaskus. Anschliessend sollten sie Kontakt mit den Konfliktparteien aufnehmen und ein Kontrollsystem einrichten. Den Angaben zufolge sollen die Beobachter in einem weiteren Schritt in den wichtigsten Städten des Landes Büros einrichten. Zunächst sollen 30 Beobachter eingesetzt werden, bevor ihre Anzahl auf 250 steigt.

Ban rief die syrische Führung auf, den Beobachtern freien Zugang zu allen Orten und Städten zu gewähren, um den Waffenstillstand zu überwachen. Auch wenn die Zahl der Toten seit Donnerstag deutlich gesunken ist, gibt es weiter Kämpfe in zahlreichen Städten des Landes. «Der Waffenstillstand ist wirklich relativ brüchig», sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow. Er rief alle Staaten auf, den Druck auf die Rebellen zu erhöhen, bei der Umsetzung des Friedensplans zu kooperieren.

Weitere Kämpfe fordern Tote

Bei Kämpfen in mehreren Orten des Landes wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens fünf Zivilisten getötet. Beim Beschuss der Ortschaft Basr al-Harir in der südlichen Provinz Daraa seien zwei Zivilisten getötet und dutzende weitere verletzt worden, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. In dem Dorf sowie der Gegend von Al-Ludschat hätten sich hunderte Deserteure verschanzt. Auch in der nordöstlichen Provinz Idlib seien drei Zivilisten erschossen worden.

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan forderte die syrische Regierung auf, den Verbleib von zwei türkischen Journalisten zu erklären, die seinen Angaben zufolge von den Sicherheitskräften gefangen gehalten werden. Die beiden Fernsehreporter waren zuletzt am 9. März nahe der türkischen Grenze in der Provinz Idlib gesehen worden. Medienangaben zufolge wurden sie von einer regierungstreuen Miliz festgenommen und dem Geheimdienst übergeben.

AFP/mrs

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