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Jetzt macht auch Slowenien dicht

Allein am Dienstag seien rund 7400 Flüchtlinge nach Slowenien gekommen, heisst es in Ljubljana. Innert eines Monats wurden 180'000 registriert. Nun wird gehandelt.

Bald sollen hier Zäune stehen: Slowenische Soldaten bauen einen Wall gegen den unkontrollierten Zustrom von Flüchtlingen. (11. November 2015)
Bald sollen hier Zäune stehen: Slowenische Soldaten bauen einen Wall gegen den unkontrollierten Zustrom von Flüchtlingen. (11. November 2015)
Reuters
An der Grenze zu Kroatien sind die Soldaten bereits mit dem Bau beschäftigt. (11. November 2015)
An der Grenze zu Kroatien sind die Soldaten bereits mit dem Bau beschäftigt. (11. November 2015)
Am Dienstag hat der Premierminister Miro Cerar den Bau bereits angekündigt. (11. November 2015)
Am Dienstag hat der Premierminister Miro Cerar den Bau bereits angekündigt. (11. November 2015)
AFP
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Slowenien hat am Mittwoch mit dem Bau erster Grenzzäune zu Kroatien begonnen. Beide Staaten sind EU-Mitglieder. In den Gemeinden Brezice und Razkrizje hätten Soldaten mit ersten Arbeiten begonnen, berichteten die Medien übereinstimmend in Ljubljana. Regierungschef Miro Cerar hatte diesen Schritt am Vortag angekündigt, um den Ansturm von Flüchtlingen und Migranten aus Kroatien in Richtung Österreich und Deutschland zu kontrollieren.

«Wir müssen uns beeilen, aber ohne Panik», sagt Tusk: Der senegalesische Präsident Macky Sall, EU-Ratspräsident Donald Tusk und der maltesische Premier Joseph Muscat (v.l) am EU-Sondergipfel.
«Wir müssen uns beeilen, aber ohne Panik», sagt Tusk: Der senegalesische Präsident Macky Sall, EU-Ratspräsident Donald Tusk und der maltesische Premier Joseph Muscat (v.l) am EU-Sondergipfel.
Keystone
Ungewissheit: Diese syrischen Flüchtlinge sind im mazedonischen Camp Gevgelija angekommen. wie die Reise weitergeht ist ungewiss. (9. November 2015)
Ungewissheit: Diese syrischen Flüchtlinge sind im mazedonischen Camp Gevgelija angekommen. wie die Reise weitergeht ist ungewiss. (9. November 2015)
Reuters
Die Flüchtlinge überqueren die Grenze von Griechenland und reisen weiter nach Mazedonien. (9. November 2015)
Die Flüchtlinge überqueren die Grenze von Griechenland und reisen weiter nach Mazedonien. (9. November 2015)
Reuters
Zu Fuss: Die Migranten tragen ihre Kinder und ihr HAb und Gut zur griechischen Grenze. (9. November 2015)
Zu Fuss: Die Migranten tragen ihre Kinder und ihr HAb und Gut zur griechischen Grenze. (9. November 2015)
Reuters
Nicht alle finden einen Platz für die Nacht: Flüchtlinge an der slowenisch-österreichischen Grenze. (29. Oktober 2015)
Nicht alle finden einen Platz für die Nacht: Flüchtlinge an der slowenisch-österreichischen Grenze. (29. Oktober 2015)
Darko Bandic, Keystone
«Flüchtlinge geordnet kontrollieren»: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner gibt im Sammelzentrum an der slowenisch-österreichischen Grenze im Gebiet von Spielfeld ein Interview. (27.10.2015)
«Flüchtlinge geordnet kontrollieren»: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner gibt im Sammelzentrum an der slowenisch-österreichischen Grenze im Gebiet von Spielfeld ein Interview. (27.10.2015)
Erwin Schriau, Keystone
Die EU rechnet bis 2017 mit bis zu drei Millionen Flüchtlingen: Menschen erreichen die Küste von Lesbos. (25.10.2015)
Die EU rechnet bis 2017 mit bis zu drei Millionen Flüchtlingen: Menschen erreichen die Küste von Lesbos. (25.10.2015)
Santi Palacios, Keystone
Notdürftiger Schutz gegen Nässe und Kälte: Die Polizei hält Migranten im Grenzdorf Rigonce in Slowenien fest, bevor sie Richtung Westen weiterziehen dürfen. (23. Oktober 2015)
Notdürftiger Schutz gegen Nässe und Kälte: Die Polizei hält Migranten im Grenzdorf Rigonce in Slowenien fest, bevor sie Richtung Westen weiterziehen dürfen. (23. Oktober 2015)
Getty Images
Ende Oktober sind bereits über 30'000 Menschen in Slowenien angekommen: Flüchtlinge überqueren die Grenze in Sentilj zwischen Slowenien und Österreich zu Fuss. (21.10.2015)
Ende Oktober sind bereits über 30'000 Menschen in Slowenien angekommen: Flüchtlinge überqueren die Grenze in Sentilj zwischen Slowenien und Österreich zu Fuss. (21.10.2015)
Jur Makovec, AFP
In einem slowenischen Aufnahmelager in Brezice haben Flüchtlinge Zelte angezündet. Sie sind frustriert, weil sie nicht weiterreisen dürfen. (21.10.2015)
In einem slowenischen Aufnahmelager in Brezice haben Flüchtlinge Zelte angezündet. Sie sind frustriert, weil sie nicht weiterreisen dürfen. (21.10.2015)
Matej Leskovsek, Keystone
Tausende sind nach Slowenien unterwegs: Registrierungsstelle für Flüchtlige in Petisovci, Slowenien, an der Grenze zu Kroatien. (18.10.2015)
Tausende sind nach Slowenien unterwegs: Registrierungsstelle für Flüchtlige in Petisovci, Slowenien, an der Grenze zu Kroatien. (18.10.2015)
Darko Bandic, Keystone
Neue Route: Ein Polizeiauto begleitet einen Bus mit Flüchtlingen an der Grenzstation bei Dolga Vas in Slowenien.
Neue Route: Ein Polizeiauto begleitet einen Bus mit Flüchtlingen an der Grenzstation bei Dolga Vas in Slowenien.
Balazs Mohai, Keystone
Macht die Grenzen dicht: Ungarn hat an Teilen der Grenze zu Kroatien Sperren gebaut. (16. Oktober 2015)
Macht die Grenzen dicht: Ungarn hat an Teilen der Grenze zu Kroatien Sperren gebaut. (16. Oktober 2015)
Gyorgy Varga, Keystone
65'000 Menschen sind bisher in Kroatien eingereist: Flüchtlinge kommen mit Bussen in Beremend an der Grenze zwischen Kroatien und Ungarn an. (25.9.2015)
65'000 Menschen sind bisher in Kroatien eingereist: Flüchtlinge kommen mit Bussen in Beremend an der Grenze zwischen Kroatien und Ungarn an. (25.9.2015)
Janos Marjai, Keystone
Die EU will auf den griechischen Inseln Kos, Leros und Lesbos (Bild) Registrierungs-«Hotspots» für die dort ankommenden Flüchtlinge einrichten. Damit soll die EU-Aussengrenze besser kontrolliert werden.
Die EU will auf den griechischen Inseln Kos, Leros und Lesbos (Bild) Registrierungs-«Hotspots» für die dort ankommenden Flüchtlinge einrichten. Damit soll die EU-Aussengrenze besser kontrolliert werden.
Iakovos Hatzistavrou, AFP
Der Streit um die Lenkung des Flüchtlingsstroms zwischen Serbien und Kroatien mündet in gegenseitige Grenzblockaden: Lastwagenfahrer überqueren die Strasse in der Nähe des Grenzübergangs Batrovci zwischen Serbien und Kroatien. (23. September 2015)
Der Streit um die Lenkung des Flüchtlingsstroms zwischen Serbien und Kroatien mündet in gegenseitige Grenzblockaden: Lastwagenfahrer überqueren die Strasse in der Nähe des Grenzübergangs Batrovci zwischen Serbien und Kroatien. (23. September 2015)
Oliver Bunic, AFP
Die Deutsche Bahn hat die Verbindung zwischen Deutschland, Österreich und Ungarn bis 4. Oktober 2015 eingestellt: Flüchtlinge kommen mit einem Zug aus Salzburg in Köln an. (22.9.2015)
Die Deutsche Bahn hat die Verbindung zwischen Deutschland, Österreich und Ungarn bis 4. Oktober 2015 eingestellt: Flüchtlinge kommen mit einem Zug aus Salzburg in Köln an. (22.9.2015)
Federico Gambarini, AFP
Flüchtlinge aus Syrien versuchen die griechische Küste schwimmend zu erreichen. Sie fliehen vor dem seit vier Jahren andauernden Bürgerkrieg in ihrer Heimat. (20.9.2015)
Flüchtlinge aus Syrien versuchen die griechische Küste schwimmend zu erreichen. Sie fliehen vor dem seit vier Jahren andauernden Bürgerkrieg in ihrer Heimat. (20.9.2015)
Petros Giannakouris, Keystone
Erneutes Unglück mit einem Flüchtlingsboot: Von Migranten zurückgelassene Schwimmwesten am Strand der Insel Lesbos. (19. September 2015)
Erneutes Unglück mit einem Flüchtlingsboot: Von Migranten zurückgelassene Schwimmwesten am Strand der Insel Lesbos. (19. September 2015)
Keystone
Hunderte Migranten warten am ungarisch-österreichischen Zoll. (19. September 2015)
Hunderte Migranten warten am ungarisch-österreichischen Zoll. (19. September 2015)
Attila Kisbenedek, AFP
Im kroatischen Dorf Harmica blockiert die Polizei die Grenze zu Slowenien. (18.09.2015)
Im kroatischen Dorf Harmica blockiert die Polizei die Grenze zu Slowenien. (18.09.2015)
Markus Schreiber, Keystone
Ungarische Soldaten bauen nun auch einen Stacheldrahtzaun an der Grenze zu Kroatien. (18.9.2015)
Ungarische Soldaten bauen nun auch einen Stacheldrahtzaun an der Grenze zu Kroatien. (18.9.2015)
Balazs Mohai, Keystone
Flüchtlinge im Zug nahe der slowenisch-kroatischen Grenze in Dobova. Die slowenische Polizei will sie zurücksenden. (17. September 2015)
Flüchtlinge im Zug nahe der slowenisch-kroatischen Grenze in Dobova. Die slowenische Polizei will sie zurücksenden. (17. September 2015)
Jure Makovec, AFP
Polizisten nehmen einen Mann fest, der in Dobova den Zug besteigen wollte. (17. September 2015)
Polizisten nehmen einen Mann fest, der in Dobova den Zug besteigen wollte. (17. September 2015)
Jure Makovec, AFP
Ein Polizist will ein Kind ins Registrierungslager nahe der kroatisch-serbischen Grenze bringen. Die kroatische Grenzstadt Tovarnik wird zum nächsten Brennpunkt in der Flüchtlingskrise ...
Ein Polizist will ein Kind ins Registrierungslager nahe der kroatisch-serbischen Grenze bringen. Die kroatische Grenzstadt Tovarnik wird zum nächsten Brennpunkt in der Flüchtlingskrise ...
Antonio Bat, Keystone
... Über 6000 Flüchtlinge sind bereits hier angekommen und hoffen auf eine Weiterreise nach Westeuropa. (17. September 2015)
... Über 6000 Flüchtlinge sind bereits hier angekommen und hoffen auf eine Weiterreise nach Westeuropa. (17. September 2015)
AFP
Über 500 Syrer müssen ein Zeltlager in Paris verlassen. Sie werden in eine Unterkunft gebracht. (17. September 2015)
Über 500 Syrer müssen ein Zeltlager in Paris verlassen. Sie werden in eine Unterkunft gebracht. (17. September 2015)
Jacques Brinon, Keystone
Ein Drohnenbild zeigt die Situation am Grenzübergang in Horgos. (17. September 2015)
Ein Drohnenbild zeigt die Situation am Grenzübergang in Horgos. (17. September 2015)
Istvan Ruzsa, Keystone
Hunderte Flüchtlinge bewerfen Polizisten mit Holzstückchen und Steinen...
Hunderte Flüchtlinge bewerfen Polizisten mit Holzstückchen und Steinen...
Christopher Furlong, Keystone
... die Polizisten reagieren mit Tränengas: Serbische Grenze bei Horgos.
... die Polizisten reagieren mit Tränengas: Serbische Grenze bei Horgos.
Christopher Furlong, Keystone
Blockiert: Ungarn hat damit begonnen, die letzte Lücke in seinem Grenzzaun zu Serbien zu schliessen. (14. September 2015)
Blockiert: Ungarn hat damit begonnen, die letzte Lücke in seinem Grenzzaun zu Serbien zu schliessen. (14. September 2015)
Saba Segesvari, AFP
Hier wurden für den 14. September bis zu 10'000 Flüchtlinge erwartet: Szene am Grenzübergang in Heiligenkreuz. (14. September 2015)
Hier wurden für den 14. September bis zu 10'000 Flüchtlinge erwartet: Szene am Grenzübergang in Heiligenkreuz. (14. September 2015)
Roland Schlager, Keystone
Wien verstärkt die Grenzkontrollen: Polizisten an der Grenze zu Ungarn in Heiligenkreuz. (14. September 2015)
Wien verstärkt die Grenzkontrollen: Polizisten an der Grenze zu Ungarn in Heiligenkreuz. (14. September 2015)
Roland Schlager, Keystone
Trotz Grenzkontrolle das Ziel erreicht: Drei Syrer beim Zollamt Freilassing. (13. September 2015)
Trotz Grenzkontrolle das Ziel erreicht: Drei Syrer beim Zollamt Freilassing. (13. September 2015)
Franz Neumayr, Keystone
Erstmals setzt Deutschland innerhalb des Landes ICE-Sonderzüge für Flüchtlinge ein: Ein Mann nach seiner Ankunft in Berlin. (13. September 2015)
Erstmals setzt Deutschland innerhalb des Landes ICE-Sonderzüge für Flüchtlinge ein: Ein Mann nach seiner Ankunft in Berlin. (13. September 2015)
Kay Nietfeld, Keystone
Nördlich von Padborg wurde eine Autobahn gesperrt, nachdem eine Gruppe von Flüchtlingen aus einem dänischen Heim darauf marschiert war. (9. September 2015)
Nördlich von Padborg wurde eine Autobahn gesperrt, nachdem eine Gruppe von Flüchtlingen aus einem dänischen Heim darauf marschiert war. (9. September 2015)
Ernst van Norde, Keystone
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Allein am Dienstag seien rund 7400 Menschen nach Slowenien gekommen, meldete die Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf die Polizei. Seit die «Balkanroute» von Mitte Oktober aus der Türkei über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien über Slowenien nach Westeuropa verläuft, seien dort 180'000 Menschen registriert worden.

Berlin und Wien sollen zugesagt haben

Slowenien schliesse seine Grenze «symbolisch» mit Zustimmung Deutschlands und Österreichs, behauptete die wichtigste Zeitung «Delo» am Mittwoch. Das bedeute das Ende eines offenen Europas.

Auch Österreich denkt über «bauliche Massnahmen» an seinen Grenzen nach. Ungarn hat seine Grenzen zu Serbien und Kroatien bereits komplett mit einem Zaun abgeriegelt und lässt keine Migranten mehr einreisen.

Polizeibeamte zur Verstärkung

Slowenien ist mit dem Andrang von Flüchtlingen an seiner Grenze völlig überfordert. Aus diesem Grund haben bereits mehrere EU-Länder Polizeibeamte zur Verstärkung der slowenischen Grenzbeamten geschickt. Bei einem EU-Krisentreffen war Ende Oktober beschlossen worden, knapp 400 zusätzliche Polizisten aus anderen EU-Staaten nach Slowenien zu entsenden.

Zuletzt schickte Lettland am Dienstag 20 Polizisten nach Slowenien. Die Beamten sollen ihre slowenischen Kollegen einen Monat lang auf Patrouilleneinsätzen begleiten und dabei helfen, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Zuvor hatten bereits Litauen 20 und Estland 25 Polizisten nach Slowenien geschickt.

Mit Mohammed von Aleppo ins SaarlandIm Kopf geht Mohammed al-Haj noch einmal seinen Plan durch. Hat er etwas übersehen? Etwas vergessen? Nur noch wenige Stunden bis Sonnenuntergang, dann werden er und seine Begleiter aus Syrien es wagen, vorbei am noch unfertigen Grenzzaun, vorbei an den bewaffneten ungarischen Polizisten, vorbei an der letzten grosse Hürde vor einem normalen Leben in Deutschland - ohne Bürgerkrieg, ohne Gewalt, ohne Leid, ohne Blut.

(SDA)

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