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Sozialisten und Konservative müssen bei Lokalwahlen bangen

In Frankreich haben die Kommunalwahlen begonnen. Die regierenden Sozialisten und die Partei des früheren Präsidenten Sarkozy sind unter Druck. Die rechtsradikale Front National hofft hingegen auf Gewinne.

Auf sie ist besonders viel Aufmerksamkeit gerichtet: Die Chefin des Front National, Marine Le Pen, kommt aus der Wahlkabine in Henin Beaumon. (23. März 2014)
Auf sie ist besonders viel Aufmerksamkeit gerichtet: Die Chefin des Front National, Marine Le Pen, kommt aus der Wahlkabine in Henin Beaumon. (23. März 2014)
Reuters

In Frankreich hat heute die erste Runde der Kommunalwahlen begonnen. Gewählt wird in 36'000 Dörfern und Städten, darunter Paris, wo zwei Frauen um den Bürgermeisterposten konkurrieren. Die rechtsextreme Partei Front National hofft vor der Europawahl im Mai und der Präsidentschaftswahl 2017 auf ein starkes Ergebnis. Die Wahlen sind auch ein Test für die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande.

Es sind die ersten Wahlen in Frankreich seit Hollandes Amtsantritt im Mai 2012. Wähler könnten seine sozialistische Partei dafür bestrafen, dass es ihr nicht gelungen ist, die angeschlagene Wirtschaft des Landes auf Vordermann zu bringen und die Arbeitslosenquote von derzeit zehn Prozent zu reduzieren.

Beteiligung wie 2008

Auch die konservative UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy muss bangen: Womöglich könnten sie die Skandale um den früheren Staatschef Stimmen kosten. Zuletzt hatten im Internet aufgetauchte Mitschnitte privater Gespräche zwischen Sarkozy und seiner Frau Carla Bruni für Aufsehen gesorgt.

Bis zum Mittag gaben 23,16 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. Damit entsprach die Wahlbeteiligung fast exakt der bei den letzten Wahlen vor sechs Jahren, als zum selben Zeitpunkt 23 Prozent abgestimmt hatten; insgesamt lag die Wahlbeteiligung damals bei 66,5 Prozent.

Erste Bürgermeisterin für Paris

Die Metropole Paris bekommt erstmals in ihrer Geschichte eine Frau als Stadtoberhaupt. Die Sozialistin Anne Hidalgo und die Konservative Nathalie Kosciusko-Morizet konkurrieren um die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Bertrand Delanoë. Beide Kandidatinnen haben angekündigt, Sicherheit und Verkehrswesen in der Hauptstadt verbessern und mehr Sozialwohnungen schaffen zu wollen. Trotz der grossen Unbeliebtheit der sozialistischen Regierung geht die 54-jährige Hidalgo als Favoritin ins Rennen.

Vor besonderen Herausforderungen stehen die etablierten Parteien in den knapp 600 Städten, in denen Kandidaten des rechtsextremen Front National antreten. Die Partei von Marine Le Pen ist gegen Globalisierung und die Europäische Union und betrachtet islamische Kultur als Gefahr für die französische Zivilisation.

Premierminister Jean-Marc Ayrault forderte die Wähler vergangene Woche auf, «alles» zu tun, um Siege der Front National zu verhindern. Die Partei wird am Sonntag voraussichtlich in Dutzenden Städten mindestens zehn Prozent der Stimmen bekommen. Damit könnte sie bei der zweiten und letzten Wahlrunde am 30. März eine wichtige Rolle spielen.

AP/rub

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