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Spendenskandal: Bettencourts Günstling belastet Sarkozy

Das Tagebuch des Fotografen Francois-Marie Banier bringt die L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt weiter unter Druck.

Weggefährten: Liliane Bettencourt und ihr langjähriger Günstling François-Marie Banier.
Weggefährten: Liliane Bettencourt und ihr langjähriger Günstling François-Marie Banier.
Keystone

Der französische Künstler François-Marie Banier, langjähriger Günstling der L'Oreál-Milliardärin Liliane Bettencourt, hat Parteispenden der reichsten Frau Frankreichs an den heutigen Staatschef Nicolas Sarkozy bestätigt.

Bettencourt habe ihm erzählt, dass Sarkozy im Wahlkampf 2007 Geld von ihrem Mann und ihr angenommen habe, berichteten die französische Tageszeitung «Le Monde» und der Internet-Nachrichtendienst Médiapart unter Berufung auf das polizeiliche Vernehmungsprotokoll von Banier von Juli.

Der Fotograf habe am 26. April 2007 in einem Tagebuch vermerkt, dass Bettencourt ihm von einer Spende erzählt habe, schreiben die beiden französischen Medien. Das Tagebuch habe die Polizei mittlerweile beschlagnahmt. Bettencourt habe damals nicht gesagt, ob das Geld für Sarkozys Wahlkampf oder «für etwas anderes» gewesen sei, sagte Banier dem Angaben zufolge der Polizei. Er fügte demnach vorsichtig hinzu: «Vielleicht war es nicht für ihn.»

150'000 Euro in bar für Sarkozys Partei

Mehrere rechtmässige Spenden von Bettencourt für das konservative Lager sind bekannt. Darüber hinaus soll die reichste Frau Frankreichs aber auch illegal gespendet haben - ihrer langjährigen Buchhalterin zufolge steckte sie der konservativen Partei UMP etwa für Sarkozys Wahlkampf 150'000 Euro in bar zu.

Die ehemalige Buchhalterin von Bettencourt hatte vor wenigen Wochen ausgesagt, sie habe im Frühjahr 2007 von einem Pariser Konto eine grosse Summe abheben sollen - schliesslich sei dann aber Vermögensverwalter Patrice de Maistre in die Schweiz gereist und habe das Geld von einem der dortigen Konten geholt. De Maistre habe dem Schatzmeister der UMP – dem heutigen Arbeitsminister Eric Woerth – bei einem Abendessen einen Umschlag mit 150'000 Euro gegeben, sagte Ex-Buchhalterin Claire Thibout, Woerths Ehefrau, der Polizei. In Frankreich sind Parteispenden von Privatpersonen nur bis zu einer Höhe von 7500 Euro im Jahr erlaubt.

AFP/miw

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