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Sportlich, tätowiert, kontaktfreudig

Wenn der neu gewählte deutsche Bundespräsident nach seiner wenig glamourösen Wahl Probleme mit den Medien bekommt, hat er eine Expertin an seiner Seite.

Strahlefrau: Bettina Wulff.
Strahlefrau: Bettina Wulff.
Keystone
Patchwork-Familie: Rechts Christian Wulffs Tochter aus erster Ehe, Anna-Lena.
Patchwork-Familie: Rechts Christian Wulffs Tochter aus erster Ehe, Anna-Lena.
Keystone
Nach dem erzitterten Wahlsieg gab es einen Kuss.
Nach dem erzitterten Wahlsieg gab es einen Kuss.
Keystone
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Wie die Medien ticken, weiss Bettina Wulff. Schliesslich hat die Ehefrau des neu gewählten Bundespräsidenten Christian Wulff Medienmanagement studiert und arbeitete bislang als Pressereferentin, früher für die Continental AG in Hannover, dann für die Drogeriekette Rossmann. Ihre Medienroutine wird die 36-Jährige zweifache Mutter in ihrer künftigen Rolle gut gebrauchen können: Als bislang jüngste First Lady der Bundesrepublik, die mit ihrem Politikergatten eine regelrechte «Patchwork-Familie» gegründet hat, dürfte ihr die dauerhafte Aufmerksamkeit des Boulevards sicher sein.

Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass Bettina Wulff eine Lösung vorschwebt, bei der die Familie weiterhin das Haus im ländlichen Burgwedel und damit einen Rückzugsraum behält: "Berlin und Burgwedel werden miteinander vereinbart." In Burgwedel vor den Toren Hannovers ist Bettina Wulff aufgewachsen und hat sie nach eigenen Worten eine freie Kindheit erlebt. Dort kennt sie ohnehin fast jeder, der Rummel wird sich also in Grenzen halten. Dort geht zudem seit einem Jahr ihr älterer Sohn, der sechsjährige Leander aus einer früheren Beziehung, zur Schule.

Drei Wünsche

Im Rampenlicht steht die 36-Jährige seit dem Jahr 2006. Damals verkündete Christian Wulff die Trennung von seiner ersten Frau und stellte der staunenden Öffentlichkeit auch gleich Bettina Körner als seine neue Freundin vor. Der niedersächsische Ministerpräsident verlegte seinen privaten Lebensmittelpunkt von Osnabrück nach Hannover, immer häufiger stand dann auch im Blitzlichtgewitter die neue Partnerin an seiner Seite, um meist fröhlich in die Kameras zu strahlen.

Für 2008, so erklärte Wulff dann kurz vor der Jahreswende, habe er drei Wünsche: einen Sieg bei der Landtagswahl im Januar, baldige Heirat und dann eine glückliche Geburt des gemeinsamen Kindes. Alles klappte nach Plan, im Sommer 2008 schob Bettina Wulff mit dem Kinderwagen durch die Fussgängerzone der Landeshauptstadt. Nach einem Jahr Babypause aber, so verriet sie später, «fing es an zu kribbeln - ich wollte zurück in den Job». Seither arbeitete sie wieder halbtags.

Am Ende einer Sackgasse

Berührungsängste hat Bettina Wulff nie gezeigt. Die sportliche und schlanke 1,80-Meter-Frau mit dem Tattoo auf der Schulter mag Gesellschaften, mit ihr geht Wulff inzwischen auch häufiger zu Sportveranstaltungen und Konzerten. Nach der Heirat zog die neue Familie in ein Eigenheim in Burgwedel. Das Haus liegt am Ende einer Sackgasse - und die Medien spöttelten damals, das gelte wohl auch für Wulffs politische Karriere. Nun ist es ganz anders gekommen: Im Berliner Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, werden Wulff und seine Frau die jüngste «First Couple» aller Zeiten sein.

Und erstmals bringt ein Präsidentenpaar auch eine regelrechte Patchwork-Familie mit. Neben dem zweijährigem gemeinsamen Sohn Linus und dem sechsjährigen Leander dürfte auch die 17-jährige Anna-Lena regelmässiger Gast im Berliner Schloss sein, Wulffs Tochter aus der ersten Ehe. Dass erstmals kleine Kinder den Amtssitz des Bundespräsidenten bevölkern, findet auch Kanzlerin Angela Merkel prima. «In dieser Zeit tut Deutschland die Fröhlichkeit einer jungen Familie gut», sagte sie am Dienstagabend. «Ich stelle mir das wunderschön vor, wenn Kinderlachen durch das Schloss Bellevue klingt.»

Entspannte Gattin

Was ihre neue Aufgabe als First Lady anbelangt, gibt sich Bettina Wulff entspannt. In einem Interview betonte sie vor kurzem, es sei eine gemeinsame Entscheidung gewesen, sich der neuen Aufgabe in Berlin zu stellen: «Wir werden sehen, was auf uns zukommt. Dann werde ich sicher meine Rolle finden.»

AFP/sam

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