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«Stell Dir vor! Heute habe ich jemanden getötet»

In einem Telefonat mit seiner Freundin prahlte ein 24-Jähriger mit seinen brutalen Taten. Heute wurde der Jihadist verurteilt.

Der Verurteilte schloss sich in Syrien jihadistischen Gruppen an: Ein Kämpfer hält eine IS-Flagge. (Archivbild)
Der Verurteilte schloss sich in Syrien jihadistischen Gruppen an: Ein Kämpfer hält eine IS-Flagge. (Archivbild)
Keystone

In Belgien ist erstmals ein Jihadist wegen Mordes im Bürgerkriegsland Syrien verurteilt worden. Der 24-Jährige müsse 28 Jahre ins Gefängnis, entschied nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga ein Gericht in Antwerpen.

Der Mann war in Antwerpen Mitglied der Islamistengruppe Sharia4Belgium, die 2012 verboten wurde, nachdem sie einen «Islamischen Staat» in Belgien ausgerufen und zahlreiche Kämpfer nach Syrien und in den Irak geschickt hatte.

Telefonat mit Freundin

Der nun Verurteilte war nach Erkenntnissen der Ermittler im Oktober 2012 nach Syrien gereist, wo er sich jihadistischen Gruppen angeschlossen hatte. Am 14. Januar 2013 sagte er in einem Telefonat mit seiner Freundin in Belgien: «Stell Dir vor! Heute habe ich jemanden getötet.» Das Telefonat war ohne sein Wissen abgehört worden.

Bei dem Opfer handelte es sich nach den Erzählungen um einen Schiiten, den die Jihadisten als Geisel genommen hatten. Weil der Bruder der Geisel nur 30'000 der geforderten 70'000 Euro Lösegeld hatte aufbringen können, habe er die Geisel umgebracht, sagte der Verurteilte.

Nur «Angeberei»

Ein paar Monate später reiste er wegen einer schweren Kopfverletzung aus Syrien zurück nach Belgien, wo er festgenommen wurde. Seine Verteidiger hatten im Prozess argumentiert, die Erzählungen von dem Mord seien nur «Angeberei» gewesen.

Das Gericht verurteilte ihn dennoch. Es sprach jedoch aus Mangel an Beweisen fünf weitere ehemalige Mitglieder von Sharia4Belgium frei, denen die Beteiligung an einem Video von einer Enthauptung zur Last gelegt worden war. Die Staatsanwaltschaft hatte für sie jeweils 30 Jahre Haft gefordert. Der Prozess fand in Abwesenheit dieser fünf Angeklagten statt, die wahrscheinlich noch in Syrien sind.

SDA/woz

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