«Sunday Times»: May bietet Corbyn temporäre Zollunion an

Nach der Niederlage bei den Kommunalwahlen geht die britische Premierministerin auf die Opposition zu.

Schilder eines Demonstranten vor dem Parlament in London. (Archiv) Bild: EPA via Keystone

Schilder eines Demonstranten vor dem Parlament in London. (Archiv) Bild: EPA via Keystone

Im Ringen um einen Brexit-Kompromiss schlägt die britische Premierministerin Theresa May einem Zeitungsbericht zufolge eine vorübergehende Zollunion mit der EU vor. Diese solle bis Juni 2022 währen, berichtete die «Sunday Times» unter Berufung auf Insider.

May strebte bislang einen Rückzug aus der Zollunion und aus dem europäischen Binnenmarkt an, damit Grossbritannien seine Handelsbeziehungen und seine Einwanderungspolitik selbst in die Hand nehmen kann. Die Labour-Partei will hingegen enger an die EU gebunden bleiben. Wird der Brexit-Vertrag nicht bald vom Parlament gebilligt, muss Grossbritannien am 23. Mai an der Europawahl teilnehmen.

«Die Blockade durchbrechen»

«Lassen sie uns einen Deal abschliessen», schrieb May indes in einem Beitrag für «The Mail on Sunday». May fordert Oppositionsführer Jeremy Corbyn darin auf, «zu hören, was die Wähler bei den Wahlen gesagt haben, und unsere Differenzen für einen Augenblick zur Seite zu legen».

Die Regierungschefin verwies auf die vielen Gegner des Brexit-Abkommens in ihrer eigenen Partei. «Bedauerlicherweise» gebe es keine Anzeichen dafür, dass deren Position sich ändern werde. Viele Tories könnten sich nicht damit anfreunden, dass sie Gespräche mit der Opposition führe, «um nach einer geeinten, parteiübergreifenden Position» zu suchen. Auch sie habe sich dies nicht gewünscht. «Aber wir müssen einen Weg finden, um die Blockade zu durchbrechen – und ich glaube, die Ergebnisse der Kommunalwahlen zeigen erneut die Dringlichkeit.» «Wir werden weiter verhandeln», erklärte May.

Bei den Kommunalwahlen am Donnerstag hatten die Konservativen 1269 Sitze in Kommunalparlamenten eingebüsst. Labour konnte davon nicht profitieren und verlor 63 Sitze. Dagegen profitierten die proeuropäischen Liberaldemokraten mit 676 dazugewonnenen Sitzen und die Grünen mit 185 zusätzlichen Sitzen. Auch unabhängige Formationen konnten zulegen.

mac/afp/Reuters

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