Tory-Kandidat Gove räumt Kokain-Konsum vor 20 Jahren ein

Der britische Umweltminister hat gebeichtet, als «junger Journalist» Drogen genommen zu haben. Er steht unter Politikern nicht alleine da.

Ehrliches Statement: Michael Gove verlässt sein Haus in London. (Reuters/Peter Nicholls/28. Mai 2019)

Ehrliches Statement: Michael Gove verlässt sein Haus in London. (Reuters/Peter Nicholls/28. Mai 2019)

Einer der Top-Kandidaten für den Parteivorsitz der britischen Konservativen, Umweltminister Michael Gove, hat den Konsum von Kokain vor zwei Jahrzehnten eingeräumt. «Vor etwa 20 Jahren, bevor ich verheiratet war, habe ich Drogen genommen», sagte Gove der Zeitung «Daily Mail» vom Samstag. Dies sei bei mehreren Anlässen der Fall gewesen. Er bedauere dies «zutiefst». «Es war ein Fehler.»

Er sei «ein junger Journalist» gewesen, als er Kokain genommen habe, und damals habe er nicht vorgehabt, in die Politik zu gehen. Wenn er jetzt zurückblicke, «wünschte ich, es nicht getan zu haben». Er glaube aber nicht, «dass Fehler in der Vergangenheit dich disqualifizieren», fügte der 51-jährige Parlamentsabgeordnete der Tories hinzu. Die Entscheidung, ob er neuer Parteichef werde, liege bei seinen Kollegen im Parlament und den Mitgliedern der Konservativen Partei.

Prominente Liste

Die britische Premierministerin Theresa May war am Freitag wie angekündigt als Chefin der Tories zurückgetreten. Damit begann offiziell das Rennen um ihre Nachfolge an der Partei- und auch an der Regierungsspitze. Nach den britischen Gepflogenheiten wird der Chef der Regierungspartei automatisch auch Premierminister. Bis Ende Juli dürfte die Entscheidung gefallen sein.

Derzeit gibt es elf Kandidaten für Mays Nachfolge. Als ein Favorit gilt Ex-Aussenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson. Er hatte 2008 angedeutet, möglicherweise auch Kokain konsumiert zu haben, dies aber später zurückgenommen.

Sieben andere Kandidaten, darunter der amtierende Aussenminister Jeremy Hunt und Ex-Brexitminister Dominic Raab, gaben zu, früher Cannabis geraucht zu haben. Der Minister für internationale Entwicklung, Rory Stewart, räumte ein, vor 15 Jahren bei einer Hochzeit im Iran Opium geraucht zu haben. Er bedauerte diesen «dummen Fehler».

fal/afp

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