Trump hat auch in Paris keine Ruhe

Am Donnerstag traf der fran­zösische Präsident Emmanuel Macron in Paris sowohl Angela Merkel als auch Donald Trump. Der wurde mit Vorwürfen aus der Heimat konfrontiert.

Pressekonferenz der Präsidenten im Elysée-Palast: Donald Trump (l.) und Emmanuel Macron beantworten Fragen von Journalisten.

Pressekonferenz der Präsidenten im Elysée-Palast: Donald Trump (l.) und Emmanuel Macron beantworten Fragen von Journalisten.

(Bild: Keystone)

«Paris ist nicht mehr Paris», hatte Donald Trump im US-Wahlkampf bedauert, nachdem er gehört haben wollte, die französische Hauptstadt sei im Griff von Terroristen und Flüchtlingen. Am Donnerstag dürfte er seine Meinung leicht revidiert haben, als er die französische Hauptstadt selber und von ihren besten Seiten ­kennen lernte.

Zum Auftakt der knapp zweitägigen Visite besuchte er mit Macron das Grab Napoleons und das Armeemuseum im Invalidendom. Das Abendessen nahmen die beiden Präsidentenpaare im ersten Stock des Eiffelturms ein. Wobei die Aussicht über die Dächer von Paris den von Sternekoch Alain Ducasse angerichteten blauen Hummer sicher zusätzlich würzte.

Und das war noch nicht alles: Am Freitag ist Trump Ehrengast an der farbenprächtigen Truppenparade des Quatorze Juillet, des französischen Nationalfeiertags. Mit von der Partie sind diesmal die US-Truppen, die vor hundert Jahren an der Seite der Franzosen in den Ersten Weltkrieg eingetreten waren.

«Es könnte sich etwas tun»

Macron hatte die Einladung des in Frankreich wenig geschätzten US-Präsidenten damit gerechtfertigt, die Vereinigten Staaten seien «unser wichtigster Partner bei den Geheimdiensten, der militärischen Kooperation und der Terrorbekämpfung». Auch bei der Klimapolitik wolle er Trump «die Hand reichen».

Eine Strategie, die vielleicht etwas bewirkt: Später von der Presse gefragt, ob er bereit sei, auf seinen Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen zurückzukommen, antwortete Trump: «Es könnte sich etwas tun.»

Vor der Presse zeigte sich aber, dass Trump auch in Paris von der Russland-Affäre verfolgt wird. Die anwesenenden amerikanische Journalisten verlangten einzig Auskunft über das Treffen seines Sohnes mit der russischen Anwältin Natalia Weselnitskaja, das zum Ziel hatte, Informationen über die demokratische Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu sammeln.

Trump antwortete, das Treffen sei nur «kurz» gewesen und die Anwältin habe nicht die russische Regierung vertreten; die Presse bausche die Affäre auf.

Senat will Sohn befragen

Während Trump in Paris redete, kamen aus Washington schlechte Nachrichten. So muss Trumps ältester Sohn wegen der Russland-Affäre nun vor dem Justizausschuss des US-Senats aussagen.

Auch will das Gremium Trumps ehemaligen Wahlkampfchef Paul Manafort befragen. Zudem hat der demokratische Abgeordnete Brad Sherman am Mittwoch einen – bisher chancenlosen — Antrag zur Amtsenthebung Trumps lanciert.

Später kündigten die beiden Präsidenten in Paris aber eine politische Syrien-Initiative für einen Waffenstillstand an. Auf die Frage, ob Paris nun wieder Paris sei, meinte der US-Präsident immerhin, Macron werde die Stadt mit seinem harten Kampf gegen die Terroristen sicher befrieden.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt