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Vier verletzte Polizisten wegen Flaggenstreit

Die Strassenschlachten zwischen pro-britischen Demonstranten und der Polizei weiteten sich auch auf die Vororte der nordirischen Hauptstadt Belfast aus.

Wehren sich gegen den Stadtratsentscheid: Pro-britische Demonstranten mit dem Union Jack in Belfast. (11. Januar 2013)
Wehren sich gegen den Stadtratsentscheid: Pro-britische Demonstranten mit dem Union Jack in Belfast. (11. Januar 2013)
Keystone

Nach zwei Tagen Ruhe ist es in der Nacht auf heute in Nordirland erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen protestantischen Randalierern und der Polizei gekommen. In der Hauptstadt Belfast wurden dabei nach Polizeiangaben mindestens vier Beamte verletzt.

Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Plastikgeschosse ein, um die Randalierer abzuwehren. In mehreren Vierteln von Belfast blockierten in britische Fahnen gehüllte Demonstranten den Verkehr. Weite Teile der Stadt waren durch die Proteste lahmgelegt.

Ausschreitungen auch ausserhalb Belfasts

In der Gemeinde Carrickfergus rund 15 Kilometer nördlich der Hauptstadt Belfast bewarfen die Protestierenden die Sicherheitskräfte mit Steinen, Flaschen und Molotowcocktails, diese setzte Gummigeschosse ein.

Auch im benachbarten Newtownabbey kam es zu Ausschreitungen. Dort setzten die Demonstranten einen Bus in Brand, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Polizei trieb die Protestierenden mit Wasserwerfern auseinander. Im Südwesten von Belfast sperrte die Polizei überdies eine Autobahn, nachdem dort eine Rohrbombe am Strassenrand entdeckt worden war.

Flaggenentscheid provoziert

Auslöser der seit Wochen anhaltenden Proteste war Anfang Dezember die Entscheidung des Stadtrats, die seit einem Jahrhundert über dem Rathaus wehende britische Flagge nur noch zu bestimmten Anlässen zu hissen. Pro-britische Loyalisten sehen in dem Beschluss des von pro-irischen Politikern dominierten Rats den Weg bereitet für eine weitere Loslösung der Provinz von London.

Bereits in den vorangegangenen Nächten war es zu Ausschreitungen gekommen, die die langanhaltendsten Krawalle seit dem Karfreitags-Friedensabkommen von 1998 sind. Damals war der 30 Jahre andauernde Konflikt zwischen pro-britischen Protestanten und pro-irischen Katholiken beigelegt worden.

SDA/chk

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