Zum Hauptinhalt springen

Vom alltäglichen Holocaust

Vor 75 Jahren wurde Auschwitz befreit. Ein Historiker zeichnet den Alltag im KZ nach – und lässt das Unvorstellbare vorstellbar werden.

Nikolaus Wachsmann
Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, zentraler Schauplatz des Massenmordes an den Juden im Zweiten Weltkrieg. Foto: Florian Bachmeier/Photo12
Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, zentraler Schauplatz des Massenmordes an den Juden im Zweiten Weltkrieg. Foto: Florian Bachmeier/Photo12

«Lieber Leser, ich schreibe diese Worte in Augenblicken meiner grössten Verzweiflung.»

So beginnt ein Text von Salmen Gradowski, verfasst im Frühjahr 1944 in Auschwitz-Birkenau und nach der Befreiung unweit der zerstörten Krematorien in einer Blechbüchse entdeckt. Gradowski war Ende 1942 in das Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt worden. Seine Frau Sonja, seine Mutter und zwei Schwestern werden sofort nach der Ankunft vergast. Gradowski gehört zu der viel kleineren, zur Zwangsarbeit selektierten Gruppe, und schon bald schickt ihn die SS in das gefürchtete Sonderkommando: Häftlinge, die Hilfsarbeiten beim Massenmord an anderen Gefangenen zu verrichten haben.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen