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Warum Attentäter ihre Ausweise zurücklassen

Anis Amri konnte nach dem Anschlag in Berlin dank eines Dokuments im Lastwagen identifiziert werden. Weitere ähnliche Fälle sind bekannt.

Später richtete sich der Verdacht dann gegen den Tunesier Anis Amri, von dem mittlerweile ein IS-Video aufgetaucht ist: Italienische Forensiker untersuchen den Ort in Mailand, wo Amri erschossen wurde.
Später richtete sich der Verdacht dann gegen den Tunesier Anis Amri, von dem mittlerweile ein IS-Video aufgetaucht ist: Italienische Forensiker untersuchen den Ort in Mailand, wo Amri erschossen wurde.
Daniele Bennati, Keystone
Amri war in der Nacht von einer Polizeistreife angehalten worden und hatte sich eine Schiesserei mit den Beamten geliefert.
Amri war in der Nacht von einer Polizeistreife angehalten worden und hatte sich eine Schiesserei mit den Beamten geliefert.
Daniele Bennati, Keystone
Polizisten vor dem Truck mit polnischem Kennzeichen.
Polizisten vor dem Truck mit polnischem Kennzeichen.
Sean Gallup/Getty Images
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Der wegen des Anschlags in Berlin gesuchte Tunesier Anis Amri konnte durch ein Ausweisdokument identifiziert werden. Das Dokument zu seiner Duldung als Asylbewerber lag im Fussraum des LKW, mit dem ein Attentäter am Montagabend in einen Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz gerast war. Es ist nicht das erste Mal, dass nach einem Anschlag ein Ausweis eines mutmasslichen Täters entdeckt wurde. Experten zufolge passiert das möglicherweise, um eine Art Visitenkarte zu hinterlassen.

Auch die Attentäter, die Anfang 2015 die Redaktion der Zeitung «Charlie Hebdo» in Paris gestürmt hatten, liessen einen Ausweis in ihrem Auto zurück. Ebenso tat es einer der Angreifer der Terrornacht von Paris am 13. November 2015. Auch der Ausweis des Tunesiers, der in Nizza ähnlich wie der Attentäter von Berlin in eine Menschenmenge gerast war, wurde in dem LKW gefunden. Alle Angreifer in diesen Fällen wurden getötet und konnten nicht mehr gefragt werden, warum sie Ausweise zurückliessen.

«Es könnte sein, um eine Spur zu hinterlassen, und potenzielle Behauptungen zu bekräftigen, dass man für die Tat verantwortlich ist», sagt Otso Iho von der Jane's Information Group. «Es ist so oft passiert, dass vermutlich ein Kalkül dahintersteckt.»

SDA/woz

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