ABO+

Warum Liechtenstein ein sonderbares Ländle ist

Das Fürstentum Liechtenstein feiert sein 300-jähriges Bestehen. Beobachtungen zum Boss im Schloss und versteckten Millionen.

Prinz Constantin und Fürstin Marie und Fürst Hans Adam, Erbprinz Alois, hinten Prinzessin Tatjana und Prinz Maximilian von und zu Liechtenstein. Aufnahme vom April 1997. Foto: Seeger

Prinz Constantin und Fürstin Marie und Fürst Hans Adam, Erbprinz Alois, hinten Prinzessin Tatjana und Prinz Maximilian von und zu Liechtenstein. Aufnahme vom April 1997. Foto: Seeger

Der Boss sitzt im Schloss

Wie hält man mitten in Europa einen Monarchen aus? Drei Dinge braucht es: ein gutes Leben, einen klugen Fürsten – und zahme Politiker. Es gibt heute in Liechtenstein keine Partei, die Seiner Durchlaucht gefährlich wird. Mal regiert die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP), mal die Vaterländische Union (VU), meist bilden sie, so wie gerade jetzt, eine supersolide Koalition. Programmatisch unterscheiden sie sich kaum. Beide sind bürgerlich-konservativ und unterstützen den Fürsten, der die Regierungsvertreter regelmässig im Schloss empfängt. Dann gibt es noch Die Unabhängigen (DU), die jüngste Partei im Land. So trumpesk sie gegen Verwaltung und Establishment wettert: Gegen den Fürsten sagt sie kein böses Wort. Die Freie Liste schliesslich, Liechtensteins linke Partei, ist konsterniert. Sie wollte vor sieben Jahren das fürstliche Vetorecht abschaffen und wurde dafür vom Volk abgewatscht. Es gibt keine Anzeichen, dass die Liechtensteiner jenen einen Urnengang antreten möchten, bei dem der Fürst laut Verfassung nicht das letzte Wort hätte: den über die Abschaffung der Monarchie. (lsch)

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt