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Weshalb der Iron-Maiden-Sänger Ehrenbürger von Sarajevo wird

Eine Geheimaktion in der vor 25 Jahren belagerten Stadt beschert Bruce Dickinson die Aufnahme in einen illustren Kreis.

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Posieren für die Kameras: Bruce Dickinson präsentiert im Ratshaus von Sarajevo seine Urkunde. (6. April 2019)
Posieren für die Kameras: Bruce Dickinson präsentiert im Ratshaus von Sarajevo seine Urkunde. (6. April 2019)
Eldar Emric, Keystone

25 Jahre nach seinem Konzert im damals belagerten Sarajevo hat Bruce Dickinson die Ehrenbürgerwürde der Stadt erhalten. Vor dem britischen Sänger wurden unter anderen bereits die Schauspielerin Angelina Jolie, Papst Franziskus und der ehemalige Formel-1-Pilot Michael Schumacher zu Ehrenbürgern erkoren.

Bei der Verleihung der Auszeichnung am Samstag lobte Bürgermeister Igor Gavric den «Mut und die Humanität» des Sängers der Heavy-Metal-Band Iron Maiden.

Dickinson sei im Dezember 1994 während des Bosnienkonflikts nach Sarajevo gekommen, «um nein zu sagen und für den Stopp des schlimmsten Kriegs in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg einzutreten».

Bei dem Konzert in einer ehemaligen Synagoge habe der Rockstar der Bevölkerung neue Hoffnung gegeben, sagte Gavric. Die Menschen hätten wieder «geglaubt», dass sie «überleben werden und dass die Stadt überleben wird». Der Sänger war damals während einer Solo-Tournee für sein Album «Balls To Picasso» mit einem von UN-Soldaten abgeschirmten Hilfskonvoi nach Sarajevo gelangt.

«Alles, was Musiker tun können»

Dickinson, der Ende Februar dieses Jahres im Zürcher Volkshaus seine Autobiografie vorgestellt hatte, zeigte sich bewegt von der Auszeichnung. «In unserer Welt dauern die meisten Dinge in den sozialen Netzwerken fünf Minuten», sagte er. «Es ist unglaublich, dass fast 25 Jahre später das Konzert in Sarajevo für die Menschen so viel bedeutet, dass mir dieser symbolische Preis verliehen wird.»

Er habe damals den Krieg zwar nicht aufhalten können, sagte Dickinson im Anschluss an die Zeremonie. «Aber wir haben dafür gesorgt, dass sich die Menschen dort, wo sie waren, besser fühlten, und das ist letztlich alles, was Musiker tun können.»

Während der 44-monatigen Belagerung von Sarajevo waren rund 10'000 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt wurden während des Bosnienkriegs 100'000 Menschen getötet, 2,2 Millionen wurden vertrieben.

Beim damals entstandenen Dokumentationsfilm «Scream for me Sarajevo» dreht sich die Handlung um das Einschmuggeln des Musikers zum bis zuletzt in der Öffentlichkeit geheim gehaltenen Veranstaltungsort, bei dem nahezu nichts nach Plan ablief.

(AFP)

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