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«Wir müssen die Mauer des Schweigens brechen»

Der französische Staatssekretär Georges Tron ist nach zwei Anzeigen wegen sexueller Belästigung zurückgetreten. Die zwei Frauen, die ihn beschuldigen, haben durch den Fall Strauss-Kahn Mut gefasst.

Rücktritt, aber kein Schuldeingeständnis: Georges Tron, der sexuellen Belästigung bezichtigter französischer Spitzenpolitiker.
Rücktritt, aber kein Schuldeingeständnis: Georges Tron, der sexuellen Belästigung bezichtigter französischer Spitzenpolitiker.
Keystone

Der wegen des Verdachts der Vergewaltigung und der sexuellen Belästigung unter Druck geratene französische Staatssekretär für den öffentlichen Dienst, Georges Tron, hat seinen Rücktritt erklärt. Das gab das Büro von Premierminister Francois Fillon in Paris bekannt. Tron habe mit dem Rücktritt im Interesse der Allgemeinheit gehandelt, es handele sich aber nicht um ein Schuldeingeständnis. Der 53-jährige Staatssekretär hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Zwei Frauen im Alter von 34 und 36 Jahren hatten in der vergangenen Woche Anzeige gegen Tron erstattet und laut Berichten erklärt, dieser habe sie zwischen 2007 und 2010 mehrfach sexuell belästigt. Im Rathaus der Pariser Gemeinde Draveil, wo Tron als Bürgermeister tätig war, habe er sich hinter verschlossenen Türen auf sie gestürzt, sagten die beiden der französischen Tageszeitung «Le Parisien.»

«Kein Recht, still zu sein»

Eine der Frauen erklärte, sie habe sich zunächst geschämt, andere einzuweihen, sich jedoch schliesslich entschlossen, aktiv zu werden, als Vergewaltigungsvorwürfe gegen den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn laut geworden seien.

«Als ich sah, dass es ein Zimmermädchen mit Dominique Strauss-Kahn aufnehmen kann, sagte ich mir, dass ich kein Recht habe, still zu sein», erklärte die nicht näher genannte Klägerin. «Andere Frauen erleiden möglicherweise genau das, was ich erleiden musste. Ich muss Ihnen helfen. Wir müssen die Mauer des Schweigens brechen.»

dapd/mrs

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