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«Wir müssen unsere Aufgaben selber machen»

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble lehnt das Angebot der Schwellenländer zur Aufstockung des IWF ab. Deutschland und Frankreich haben sich indessen über zentrale Fragen geeinigt.

Haben «eine gemeinsame Position» gefunden: Nicolas Sarkozy und Wolfgang Schäuble. (Video: Reuters)

Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält ein Angebot der Schwellenländer zu einer Aufstockung des Internationalen Währungsfonds (IWF) für unnötig. «Der IWF hat genug Mittel, um seine Aufgaben zu erfüllen», sagte Schäuble zum Auftakt eines G-20-Ressortchef- und Notenbankcheftreffens in Paris. Die Europäer müssten den wesentlichen Teil ihrer Aufgaben schon selber machen.

Die drei G-20-Schwellenstaaten Brasilien, Indien und China wollen dem IWF zu mehr Feuerkraft verhelfen, damit er den Sorgenkindern der Eurozone stärker unter die Arme greifen kann. Das Angebot zeige, «dass die weltweite Solidarität mit der Eurozone im Wachsen begriffen ist», sagte Schäuble. Zugleich zeige sich darin, dass die Europäer eine grosse Verantwortung für die Weltwirtschaft hätten.

Schäuble will Banken genug Zeit geben

Die europäischen Staaten werden nach den Worten von Schäuble «klare Massnahmen» treffen, um eine Ausbreitung der Euro-Krise zu verhindern. «Dazu gehört, dass alle systemrelevanten Banken mit dem nötigen Kapital ausgestattet sind.» Dies werde gerade vorbereitet. Auf die Frage, ob dies auch zwangsweise geschehen solle, sagte er, den Banken werde genug Zeit gegeben, sich darauf vorzubereiten.

Wenn die Banken die Vorgaben nicht aus eigener Kraft erfüllen könnten, werde ihnen notfalls auch durch die Staaten geholfen, sagte Schäuble weiter. Entscheidungen sollten in der kommenden Woche beim EU-Gipfel fallen. Vertreter mehrere Banken, darunter auch der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hatten sich zuvor gegen Pläne für eine deutliche Erhöhung der Eigenkapitalquote von europäischen Banken ausgesprochen.

Schäuble sagte weiter, bei dem G-20-Treffen werde über Finanzmarktregulierung und die Euro-Krise diskutiert. «Wir sind auf einem guten Weg», sagte der Finanzminister. Die Minister kommen am Abend zu einem Arbeitsessen zusammen, der Abschluss ist am Samstagnachmittag.

dapd/miw

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