«Würden Erdogans Einmischungen keinesfalls akzeptieren»

Die Spannungen in den deutsch-türkischen Beziehungen haben sich abermals verschärft. Die Krise hat auch Österreichs Aussenminister zu einer Warnung Richtung Türkei veranlasst.

  • loading indicator

Die türkische Justiz liess am Samstag über einen internationalen Haftbefehl den türkischstämmigen deutschen Schriftsteller Akhanli an seinem Urlaubsort in Spanien festnehmen. Das Auswärtige Amt schaltete sich in den Fall ein, um Akhanlis Auslieferung an die Türkei zu verhindern.

Bereits am Sonntag ist der Kölner Autor nach einer Anhörung in Madrid unter der Auflage, Spanien zunächst nicht zu verlassen, wieder freigelassen worden. Dies teilte Akhanlis Anwalt Ilias Uyar via Facebook mit.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan richtete zuvor eine scharfe persönliche Attacke gegen den deutschen Aussenminister Gabriel. Wörtlich sagte Erdogan: «Wer sind Sie, dass Sie mit dem Präsidenten der Türkei reden? Beachten Sie Ihre Grenzen!» Damit reagierte er offenbar darauf, dass sich Gabriel jede Einmischung des türkischen Präsidenten in den deutschen Bundestagswahlkampf verbeten hatte.

«Würden Erdogans Einmischungen keinesfalls akzeptieren»

Die Warnung des türkischen Staatschefs vor der Wahl bestimmter Parteien bei der Bundestagswahl stösst auch bei Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz auf scharfe Kritik. «Die ständige Einmischung Erdogans in innere Angelegenheiten anderer Staaten – so etwas findet ja nicht nur in Deutschland statt – lehne ich ganz klar ab», sagte Kurz der «Welt am Sonntag».

Aus Sicht des österreichischen Chefdiplomaten versucht Erdogan, «die türkeistämmigen Communities zu instrumentalisieren, insbesondere in Deutschland und Österreich». Der türkische Staatschef «polarisiert und trägt Konflikte aus der Türkei in die EU hinein», sagte Kurz der «WamS». Falls Erdogan oder seine Minister bei den anstehenden Nationalsratswahlen in Österreich im Oktober Ähnliches vorhätten, so wolle er «schon jetzt festhalten, dass wir diese Einmischung keinesfalls akzeptieren würden».

nag/AFP

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt