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Wulff sagt WEF-Besuch ab

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff wird sich am Weltwirtschaftsforum in Davos nicht unter die Grossen der Welt mischen. Unterdessen sind neue Vorwürfe laut geworden.

Der Druck auf den Bundespräsidenten ist enorm. Am 17. Februar 2012 tritt er schliesslich zurück: Christian Wulff.
Der Druck auf den Bundespräsidenten ist enorm. Am 17. Februar 2012 tritt er schliesslich zurück: Christian Wulff.
Michael Sohn, Keystone
Bettina Wulff: Die Ehefrau des Bundespräsidenten. Wulff verliess seine erste Frau für die 14 Jahre jüngere Pressereferentin.
Bettina Wulff: Die Ehefrau des Bundespräsidenten. Wulff verliess seine erste Frau für die 14 Jahre jüngere Pressereferentin.
Fabrizio Bensch, Reuters
Olaf Glaeseker: Wulff trennt sich am 22. Dezember überraschend und ohne Angaben von Gründen von seinem langjährigen Pressesprecher. Jetzt wurde bekannt, dass Glaeseker vorgeworfen wird, mehrfach kostenlos Ferien in Anwesen des Eventmanagers Manfred Schmidt gemacht zu haben.
Olaf Glaeseker: Wulff trennt sich am 22. Dezember überraschend und ohne Angaben von Gründen von seinem langjährigen Pressesprecher. Jetzt wurde bekannt, dass Glaeseker vorgeworfen wird, mehrfach kostenlos Ferien in Anwesen des Eventmanagers Manfred Schmidt gemacht zu haben.
Rainer Jensen, AFP
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Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung vom Mittwoch einen geplanten Besuch beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos abgesagt.

Das Präsidialamt verwies demnach auf «terminliche Gründe». Wulff wollte am Eröffnungstag des hochkarätig besetzten Treffens Ende Januar unter anderem mit Spitzenvertretern deutscher Industrieunternehmen zusammentreffen.

Neue Vorwürfe – keine Nötigung

Gestern wurden in der Affäre um Wulff neue Vorwürfe über Sonderkonditionen von befreundeten Geschäftsleuten laut. Sie wurden von Wulffs Anwälten umgehend dementiert. Es geht um ein Auto für seine Frau Bettina und ein Geschenk für den gemeinsamen Sohn.

Der Anruf, mit dem Wulff bei «Bild»-Chefredaktor Kai Diekmann auf die Berichterstattung einwirken wollte, wird kein juristisches Verfahren nach sich ziehen. Es bestehe kein Anfangsverdacht einer versuchten Nötigung, habe die Staatsanwaltschaft «Bild» mitgeteilt.

Anhörung zur Kreditaffäre

Wulff steht seit Mitte Dezember vor allem wegen seiner Kredite für den Kauf eines Eigenheimes in seiner Zeit als Ministerpräsident in Niedersachsen in der Kritik. Eine neue Dimension erhielt der Fall, als bekannt wurde, dass er mit einem Anruf bei «Bild»-Chefredaktor Diekmann versuchte, einen Bericht zu den Krediten zu verschieben oder ganz zu verhindern.

In Hannover befasst sich heute der Landtag mit der vor sechs Wochen bekannt gewordenen Kreditaffäre des Bundespräsidenten. SPD und Grüne wollen die Hintergründe des 500'000-Euro-Darlehens beleuchten, das Wulff 2008 in seiner Zeit als Ministerpräsident bei einer befreundeten Unternehmergattin aufgenommen hatte.

SDA/rub

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