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Yücel lehnt «schmutzige Deals» für Freilassung ab

Seit elf Monaten sitzt der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel in Istanbul in U-Haft. In einem Interview sagt er, auf welche Art er auf keinen Fall freikommen will.

Bezichtigt deutsche Behörden der Terrorunterstützung: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Bezichtigt deutsche Behörden der Terrorunterstützung: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
AP
«Deutschland ist nicht der Chef der Türkei»: Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu spricht in Ankara zu den Medien. Sein Auftritt in Hamburg ist vorerst abgesagt – aus Branschutzgründen. (3. März 2017)
«Deutschland ist nicht der Chef der Türkei»: Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu spricht in Ankara zu den Medien. Sein Auftritt in Hamburg ist vorerst abgesagt – aus Branschutzgründen. (3. März 2017)
Burhan Ozbilici/AP, Keystone
Ein Autokorso-Teilnehmer hat sein Fahrzeug mit dem Aufruf «Free Deniz Yücel» beklebt.
Ein Autokorso-Teilnehmer hat sein Fahrzeug mit dem Aufruf «Free Deniz Yücel» beklebt.
Andreas Arnold, Keystone
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Der seit elf Monaten in der Türkei inhaftierte deutsche «Welt»-Korrespondent Deniz Yücel lehnt einen etwaigen Tauschhandel zwischen Berlin und Ankara für seine Freilassung ab. «Für schmutzige Deals stehe ich nicht zur Verfügung», sagte Yücel in einem schriftlich über seine Anwälte geführten Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Er wolle seine Freiheit nicht «mit Panzergeschäften von Rheinmetall oder dem Treiben irgendwelcher anderen Waffenbrüder befleckt wissen». Auch wolle er keinen etwaigen Austausch mit Anhängern der Gülen-Bewegung, nach denen die Türkei fahndet. Der Fall Yücel ist der grösste Streitpunkt im angespannten Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei.

Der deutsche Aussenminister Sigmar Gabriel hatte dem «Spiegel» kürzlich gesagt, die Türkei sei zwar Nato-Partner. Trotzdem habe die deutsche Regierung eine sehr grosse Anzahl von Rüstungsexporten nicht genehmigt. Dabei werde es auch bleiben, solange der Fall Yücel nicht gelöst sei. Gabriel betonte danach allerdings, er habe damit nicht gemeint, dass die Bundesregierung Rüstungslieferungen als Reaktion auf eine Freilassung Yücels genehmigen würde.

Nach unterschiedlichen Angaben von Nichtregierungsorganisationen sitzen zwischen 39 und 151 Journalisten in türkischen Gefängnissen.

«Wir sind ja nicht zum Spass hier»

Weiter kündigte Yücel im Interview die Veröffentlichung eines Buches mit dem Titel «Wir sind ja nicht zum Spass hier» an. Dabei handle es sich um «eine Sammlung aus überarbeiteten alten und ganz alten, aber, wie wir meinen, immer noch lesenswerten Texten aus der »Welt«, der »taz« und der »Jungle World«.»

Ergänzt würden diese Texte «um zwei, drei neue Beiträge» von Yücel selber und seiner Ehefrau Dilek Mayatürk-Yücel. Erscheinen soll das Buch am 14. Februar.

SDA/nag

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