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Zahl illegaler Einreisen in EU gesunken

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der illegalen Grenzübertritte in die EU laut Frontex um etwa zehn Prozent gesunken.

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Flüchtlinge auf einem Schiff der italienischen Küstenwache. Foto: Orietta Scardino, Keystone
Flüchtlinge auf einem Schiff der italienischen Küstenwache. Foto: Orietta Scardino, Keystone

Die Zahl der irregulären Grenzübertritte an der EU-Aussengrenze ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Bis Ende 2019 würden voraussichtlich etwa 120'000 illegale Einreisen in die Europäische Union gezählt, sagte der Direktor der EU-Grenz- und Küstenschutzbehörde Frontex, Fabrice Leggeri.

Das seien rund zehn Prozent weniger als 2018, sagte Leggeri der deutschen Zeitung «Welt» laut einer Vorabmeldung vom Mittwoch. Im Rekordjahr 2015 hatte Frontex noch 1,2 Millionen irreguläre Grenzübertritte registriert.

Frontex stellte im Vergleich zum Vorjahr allerdings steigende Zahlen nach Griechenland und auf die Kanarischen Inseln fest. «Wir haben hier zuletzt einen Anstieg bemerkt», sagte Leggeri mit Blick auf die Kanaren. «In diesem Jahr sind es 50 Prozent mehr als 2018.»

Laut dem Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gelangten in diesem Jahr rund 2200 Person illegal von Afrika auf die Kanaren. Die Hintergründe sind laut Leggeri noch nicht ganz klar. «Wir sehen, dass Schleusernetzwerke auf der Route von Westafrika auf die kanarischen Inseln aktiver und besser organisiert geworden sind», sagte er.

Zahl der Bootsflüchtlinge in Italien halbiert

Auch die Zahl der Flüchtlinge und Migranten, die Italien auf dem Seeweg erreichen, ist in diesem Jahr im Vergleich zu 2018 zurückgegangen. Gegenüber 2017 ergibt sich sogar ein Rückgang um gut 90 Prozent, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Statistik des Innenministeriums hervorgeht.

Demnach landeten 2019 bis zum 24. Dezember 11'439 Flüchtlinge an den italienischen Küsten. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 23'210, im Jahr davor 118'914. Die meisten der Menschen (2654) kamen in diesem Jahr aus Tunesien. Es folgen als Herkunftsländer Pakistan mit 1180 und die Elfenbeinküste mit 1135 Ankömmlingen.

Als Hauptgrund für den starken Rückgang von Flucht und Migration nach Italien gilt ein umstrittenes Abkommen, das die damalige sozialdemokratische Regierung 2017 mit Libyen schloss. Das Memorandum wurde laut Medienberichten von informellen Vereinbarungen mit diversen Milizen des Bürgerkriegslandes begleitet. Ziel war es, Flüchtlinge und Migranten von Libyen aus nicht aufs Meer hinaus zu lassen.

Nach dem Regierungswechsel 2018 wurde der Chef der rechten Lega-Partei, Matteo Salvini, Innenminister. Er verfolgte eine Politik der «geschlossenen Häfen» gegen die Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer.

Die seit September dieses Jahres amtierende Mitte-Links-Regierung fährt gegenüber den Hilfsorganisationen einen moderateren Kurs und lässt Rettungsschiffe einlaufen, wie es das internationale Seerecht verlangt.

(SDA)

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