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Zwischen Polygamie und Bigotterie

Die Franzosen diskutieren den Unterschied zwischen Mätressen und Ehefrauen. Und sind darob – nicht ganz überraschend – etwas verwirrt, ja geradezu verschleiert.

Im Visier: Lies Hebbadj mit seiner Frau Anne.
Im Visier: Lies Hebbadj mit seiner Frau Anne.
Keystone

Was haben wohl Emile Zola, François Mitterrand und Paul Bocuse gemein? Ausser natürlich, dass sie Franzosen sind? Sie alle standen, mehr oder weniger freiwillig, früher oder später, zu ihrer Vielweiberei. Für einmal klingt hier das Fremdwort besser, wenn es auch juristisch klar definiert ist: Polygamie meint, dass ein Mann mit mehreren Frauen gleichzeitig verheiratet ist. Das war und ist bei dem illustren Trio nicht der Fall. Der grosse Schriftsteller, der sozialistische Staatspräsident, der Starkoch – sie entsagten der Monogamie ohne zusätzliche Eheverträge. Bocuse sagte einmal: «Ich habe drei Frauen: Raymonde, Raymone und Patricia – eine fürs Mittagessen, eine für den Tee, eine fürs Abendessen.» Mit dem Bonmot befreite er die Geliebten aus dem Schatten der Heimlichkeit.

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