Kaiser hält letzte Rede vor seiner Abdankung

Über 114'000 Menschen waren gekommen um ihn zu sehen: Monarch Akihito betete in seiner letzten Neujahrsansprache um Frieden.

Nach Angaben des Kaiserpalastes verfolgten über 114'000 Menschen die letzte Rede von Kaiser Akihito. Video: AFP

Japans Kaiser Akihito hat am Mittwoch seine letzte Neujahrsansprache gehalten. Er freue sich aufrichtig, noch einmal zusammen mit seinen Untertanen das neue Jahr zu begrüssen, sagte der 85-jährige Monarch auf dem Balkon seines Palastes in Tokio.

«Ich hoffe, dass dieses Jahr für so viele Menschen wie möglich ein gutes Jahr wird», sagte Akihito im Beisein von Kaiserin Michiko und anderen Mitgliedern der Kaiserfamilie. Er bete zum Beginn des Jahres für Frieden und Glück für sein Land und für die Menschen in aller Welt. Zehntausende waren gekommen, um ihn zu sehen.

Naruhito wird Nachfolger

Es war Akihitos letzte Neujahrsansprache. Denn am 30. April wird Kaiser Akihito abdanken - und damit der erste Tenno in der ältesten Erbmonarchie der Welt seit rund 200 Jahren sein, der zu Lebzeiten den Thron für seinen Nachfolger freimacht. Am 1. Mai wird Akihitos ältester Sohn, Kronprinz Naruhito, den Chrysanthementhron besteigen.

Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich in kalter Winterluft schon am frühen Mittwochmorgen riesige Menschenmengen mit wehenden Nationalfähnchen vor dem Palast in Tokio ein. Nach Angaben des Kaiserpalastes kamen mehr als 114'000 Menschen, um Akihitos letzte Neujahrsansprache zu hören.

Um so vielen Menschen wie möglich einen letzten Blick auf den beliebten Monarchen zu ermöglichen, sollte der abtretende Kaiser am Mittwoch insgesamt fünf Mal auf den Balkon treten. Viele Menschen schwenkten japanische Flaggen, sangen die Nationalhymne und wünschten dem Monarchen mit dem Ausruf «Banzai» ein langes Leben.

Seit 1989 auf dem Thron

Akihito hatte sich bereits am 23. Dezember in einer Ansprache zu seinem 85. Geburtstag von seinen Untertanen verabschiedet und auf seine Herrschaft zurückgeblickt.

Auf den Thron gekommen war Akihito nach dem Tod seines Vaters Hirohito 1989. Er etablierte die Rolle des Kaisers als «Symbol des Staates» und bemühte sich um eine grössere Nähe zum japanischen Volk.

Dem normalen Volk bieten sich nur zwei Gelegenheiten im Jahr, dem Palast in Tokio nahe zu kommen: zu Neujahr am 2. Januar und zum Geburtstag von Kaiser Akihito am 23. Dezember.

nlu/sda

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