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3500 Tote – Assads blutige Kriegsbilanz

Seit Monaten lässt das Regime von Bashar Assad in Syrien auf Demonstranten schiessen. Nach Angaben der UNO starben schon mehr als 3500 Menschen.

Der Aufstand gegen den syrischen Präsidenten Bashar Assad hat nach UN-Angaben bisher mindestens 3500 Menschen das Leben gekostet. Das Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) erklärte, bei dieser Zahl handle es sich um eine vorsichtige Schätzung, die auf glaubwürdigen Quellen vor Ort beruhe. Mehr als 60 Menschen seien getötet worden, seit Syrien einer Friedensvereinbarung der Arabischen Liga zugestimmt habe.

UNHCR-Sprecherin Ravina Shamdasani sagte in Genf, in der Zahl enthalten seien auch 19 Tote, die am Sonntag während des muslimischen Opferfestes Eid al-Adha getötet worden seien. Die syrische Regierung hat das Land für ausländische Journalisten weitgehend abgeriegelt. Immer wieder erscheinen jedoch Amateurvideos im Internet, die das Vorgehen der Regierungstruppen gegen Regimekritiker dokumentieren.

Damaskus hatte einem Plan der Arabischen Liga zugestimmt, demzufolge die Regierung ihre Panzer aus den Städten abzieht, politische Gefangene freilässt und Menschenrechtsorganisationen ins Land reisen lässt. Shamdasani erklärte, vor dem Opferfest seien tatsächlich mehr als 500 Häftlinge auf freien Fuss gekommen. Allerdings seien Zehntausende weiter in Haft, während Dutzende willkürlich festgenommen und inhaftiert wurden. Das UNHCR sei tief besorgt, dass die Gewalt unverändert weitergehe.

Zwei Tote auch gestern

Aktivisten zufolge töteten syrische Regierungstruppen am Dienstagmorgen wieder zwei Menschen in Homs. Bei den Todesopfern habe es sich um einen Mann und eine Frau gehandelt, sagte der Aktivist Salim al Homsi aus dem Stadtteil Baba Amr. Nach dem Rückzug der Deserteure hätten Regierungstruppen die Kontrolle über grosse Teile des Bezirks übernommen. Seit einer Woche gebe es kein fliessendes Wasser und keinen Strom. Auch die Telefonleitungen seien unterbrochen. Al Homsi kündigte an, die Proteste würden dennoch weitergehen.

Der oppositionelle Syrische Nationalrat hatte die Stadt, ein Zentrum des Widerstands gegen Assad, am Montag zu einem Katastrophengebiet erklärt. Er forderte ein internationales Eingreifen zum Schutz der Zivilisten.

«Barbarische Massaker»

Die Opposition in Syrien hat derweil «internationalen Schutz» für die belagerte Stadt Homs im Zentrum des Landes gefordert. Homs sei mittlerweile eine «Katastrophenstadt» und Sicherheitskräfte von Staatschef Bashar Assad verübten dort «barbarische Massaker» an Zivilisten, erklärte der oppositionelle syrische Nationalrat am Montag.

Die syrische Führung warf den USA vor, in die Gewalt im Land verstrickt zu sein. Der oppositionelle Nationalrat forderte die Entsendung von arabischen und internationalen Beobachtern nach Homs, die die Lage überwachen und weitere Massaker verhindern sollten. «Das Regime umzingelt Homs jetzt bereits den fünften Tag in Folge, um den Willen seiner Einwohner zu brechen», erklärte der Nationalrat. Er rief die UNO, die Organisation der Islamischen Konferenz sowie andere internationale und arabische Organisationen zum Handeln auf, um die Zivilisten in Homs zu schützen.

dapd/mrs

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