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Ägypten lässt Ex-Präsident Mubarak frei

Der ehemalige starke Mann Ägyptens, Hosni Mubarak, soll nicht für den Tod Hunderter Demonstranten verantwortlich sein. Er durfte nun nach Hause. Ganz frei ist er aber nicht.

Die ägyptische Justiz führte und führt noch mehrere Prozesse gegen ihn: Der gestürzte Präsident Hosni Mubarak im Käfig der Angeklagten vor Gericht in Kairo. (9. Mai 2015)
Die ägyptische Justiz führte und führt noch mehrere Prozesse gegen ihn: Der gestürzte Präsident Hosni Mubarak im Käfig der Angeklagten vor Gericht in Kairo. (9. Mai 2015)
Mostafa El-Shemy, AFP
Mubarak steht nicht mehr im Fokus des öffentlichen Interesses: Seine Anhänger verfolgen den Freispruch im Prozess um getötete Demonstranten live am Computer.
Mubarak steht nicht mehr im Fokus des öffentlichen Interesses: Seine Anhänger verfolgen den Freispruch im Prozess um getötete Demonstranten live am Computer.
AFP
Feiern den Freispruch: Mubarak-Anhänger vor dem Militärspital in Kairo.
Feiern den Freispruch: Mubarak-Anhänger vor dem Militärspital in Kairo.
Reuters
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Nach rund sechs Jahren in Gefangenschaft ist der langjährige ägyptische Präsident Hosni Mubarak wieder frei. Der 88-Jährige wurde aus dem Armeespital entlassen worden, wo er einen Grossteil seiner Freiheitsstrafe verbrachte.

Dies sagte sein Anwalt Farid al-Deeb heute zur Nachrichtenagentur AFP. Gegenüber der ägyptischen Zeitung «Al-Masry al-Youm» sagte aö-Deep, Mubarak sei am Morgen in seinem Haus im Osten der ägyptischen Hauptstadt Kairo eingetroffen. Er habe mit seiner Familie und einigen Freunden gefrühstückt.

Ausreise aus Ägypten bleibt verboten

Der im Februar 2011 nach drei Jahrzehnten Herrschaft gestürzte Mubarak war Anfang März im letzten gegen ihn geführten Strafverfahren freigesprochen worden. Vergangene Woche stimmte die Staatsanwaltschaft der Freilassung Mubaraks zu. Mubarak wird aber nach Angaben seines Anwalts wegen laufender Korruptionsermittlungen nicht das Recht haben, Ägypten zu verlassen.

Mubarak sah sich seit seiner Entmachtung im Februar 2011 verschiedenen Strafverfahren ausgesetzt. Im Januar 2016 bestätigte das Berufungsgericht eine dreijährige Haftstrafe für Mubarak und seine beiden Söhne wegen Korruptionsvorwürfen. Die bereits in Haft verbrachte Zeit wurde aber angerechnet, weshalb beide Söhne freigelassen wurden.

Freispruch im letzten Verfahren

Mit dem Freispruch Anfang März ging auch das letzte Verfahren gegen den Ex-Präsidenten zu Ende. In dem Fall ging es um die Tötung hunderter Demonstranten während des Volksaufstandes Anfang 2011, der zum Sturz Mubaraks geführt hatte. Dem früheren Präsidenten wurde vorgeworfen, sich der Beihilfe zum hundertfachen Mord bei der Niederschlagung der Massenproteste schuldig gemacht zu haben.

2012 wurde er deshalb zunächst zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, später wurden die Vorwürfe aber fallengelassen. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen den Freispruch ein, der schliesslich am 2. März in letzter Instanz bestätigt wurde. Mubarak hatte die Vorwürfe stets bestritten. Auch die meisten Verfahren gegen Mitglieder seiner damaligen Regierung wurden inzwischen eingestellt.

SDA/rub

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