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Ägyptische Opposition wirft Kerry Kooperation mit Muslimbrüdern vor

John Kerrys Empfang in Ägypten fällt wenig freundlich aus: Der neue US-Aussenminister will über eine friedliche Übergangsregelung im Land beraten. Doch wichtige Oppositionelle verweigern ihm den Dialog.

Durch Hunderte Polizisten geschützt: John Kerry bei den Gesprächen in Kairo.
Durch Hunderte Polizisten geschützt: John Kerry bei den Gesprächen in Kairo.
Keystone

Nach seinen Gesprächen in der Türkei ist US-Aussenminister John Kerry am Samstag in Ägypten eingetroffen. Sein Besuch wurde von Protesten und Boykottaufrufen überschattet. In den Provinzstädten Port Said und Mansura wurden dabei Dutzende Polizisten und Demonstranten verletzt.

In Mansura starb ein Zivilist, nachdem er während einer Strassenschlacht vor dem Gouverneursgebäude von einem Polizeitransporter überfahren worden war. Der linke Oppositionspolitiker Hamdien Sabahi schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: «Was in Mansura geschieht, ist eine Prüfung für die Würde jedes Ägypters.»

In Port Said setzten Demonstranten ein Gebäude der Polizei in Brand. Rund 500 Demonstranten hätten Steine und Molotow-Cocktails auf das Gebäude geworfen, das daraufhin in Brand geraten sei, erklärte das Innenministerium am Samstag. Sie hätten dann die Feuerwehr daran gehindert, das Feuer in der Stadt am Mittelmeer zu löschen.

Umstrittener Kairo-Besuch

In Kairo traf unterdessen US-Aussenminister John Kerry ein, um mit Vertretern von Regierung und Opposition über einen friedlichen politischen Übergang in dem Land zu beraten. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Sabahi hatte es ebenso wie Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei abgelehnt, Kerry in Kairo zu treffen.

Der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, der wie die beiden anderen Oppositionellen der Nationalen Rettungsfront angehört, sagte dagegen im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Al-Ahram, er wolle mit Kerry sprechen.

Die säkulare Opposition wirft der US-Regierung vor, sie unterstütze die regierenden Muslimbrüder, obwohl diese die Spielregeln der Demokratie missachteten. Die Opposition hat zu einem Boykott der Parlamentswahlen aufgerufen, die am 22. April beginnen sollen.

Deshalb werden fast nur islamistische Parteien um Sitze im Parlament konkurrieren. Die Wahlkommission kündigte am Samstag an, die Kandidaten hätten vom 9. bis zum 16. März Zeit, sich registrieren zu lassen.

Massive Sicherheitsvorkehrungen

Für Kerrys Schutz wurden auf der Strasse zum Flughafen Kairo Hunderte Polizisten in Zivil aufgeboten. Die US-Botschaft bleibt aus Sicherheitsgründen an diesem Sonntag geschlossen, nachdem einige Oppositionsgruppen Proteste gegen Kerrys Besuch angekündigt hatten.

Am Abend sollte Kerry seinen ägyptischen Amtskollegen Mohammed Amr treffen. Ausserdem sind Gespräche mit Präsident Mohammed Mursi und dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, geplant. Nach Ägypten will Kerry noch mehrere arabische Golfstaaten besuchen.

SDA/mrs

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