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Ägyptische Soldaten mit Panzerfäusten angegriffen

Es war eine der blutigsten Attacken auf ägyptische Soldaten seit der Entmachtung Mursis: 25 Menschen starben, als ein Kontrollposten im Westen des Landes überfallen wurde.

Nach einem blutigen Angriff auf einen ägyptischen Grenzposten hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi Vergeltung gelobt. «Das niederträchtige Verbrechen, das diese mutigen Seelen weggerissen und ihr Blut vergossen hat, wird nicht unbeantwortet bleiben», hiess es in einer Erklärung des Präsidialamts. «Terrorismus wird aus jedem Teil Ägyptens getilgt werden.» Bei dem Angriff an der Grenze zu Libyen waren gestern 22 ägyptische Soldaten getötet worden.

Es war eine der opferreichsten Attacken auf das ägyptische Militär in deren jüngerer Geschichte. Al-Sisi, selbst früher Militärchef, erklärte eine dreitägige Staatstrauer. Noch am Sonntag sollten die Opfer beigesetzt werden.

Zu dem Angriff auf den Grenzposten in der Provinz Al-Wadi al-Jadid im äussersten Westen Ägyptens bekannte sich zunächst niemand. Die Bewaffneten setzten Raketenwerfer ein und lösten damit auch eine Explosion im Munitionslager aus, als sie kurz vor Sonnenuntergang angriffen. Drei der Angreifer wurden bei einem anschliessenden Feuergefecht getötet, wie das Militär mitteilte.

«Sie sind von ihrer Hauptaufgabe abgewichen»

Die ägyptischen Sicherheitskräfte wurden seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak im Jahr 2011 immer wieder zum Ziel von Angriffen. Die Attacken nahmen nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Juli noch zu. Nur einen Monat danach wurden 25 Mitglieder der Bereitschaftspolizei auf der Sinai-Halbinsel entführt und hingerichtet. Noch unter Mursis Präsidentschaft im Jahr 2012 töteten Extremisten an der Grenze zum Gazastreifen und Israel 16 Soldaten. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Mena wurde auch der jetzt angegriffene Grenzposten in den vergangenen Monaten bereits einmal attackiert. Damals kamen fünf Soldaten ums Leben.

In einer Erklärung verurteilte eine Koalition unter Führung der Muslimbruderschaft von Mursi den Angriff und warf dem Militär vor, solche Attacken nicht zu stoppen, weil es zu sehr in der Politik involviert sei. «Sie sind von ihrer Hauptaufgabe, dem Schutz der Grenzen der Nation, abgewichen.» Die Regierung hat die Muslimbruderschaft zur Terrororganisation erklärt und wirft ihr vor, hinter der Gewaltwelle im Land zu stecken.

Auch die Unruhen in Libyen seit dem Sturz des dortigen Machthabers Muammar al-Ghadhafi 2011 werden in Ägypten mit grosser Sorge gesehen. Die Grenze zum Nachbarland ist lang und durchlässig, in den abgelegenen Wüstenregionen gelangen Extremisten und Waffen aus den Arsenalen Ghadhafis leicht nach Ägypten.

AP/fko

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