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Ägyptischer General beschuldigt Demonstranten

Der in Ägypten regierende Militärrat hat nach eigenen Angaben einen Anschlagsplan auf das Parlament in Kairo aufgedeckt. Derweil gehen die Soldaten brutal gegen die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz vor.

Nicht nur die Soldaten, auch mehrere Demonstranten gebärden sich aggressiv: Maskierter Jugendlicher in Kairo. (20. Dezember 2011)
Nicht nur die Soldaten, auch mehrere Demonstranten gebärden sich aggressiv: Maskierter Jugendlicher in Kairo. (20. Dezember 2011)
Keystone
Schwere Vorwürfe: Adel Emara vom Militärrat spricht von Anschlagsplänen der Demonstranten.
Schwere Vorwürfe: Adel Emara vom Militärrat spricht von Anschlagsplänen der Demonstranten.
Keystone
Mindestens vier Menschen kamen durch Schussverletzungen ums Leben. (20. November 2011)
Mindestens vier Menschen kamen durch Schussverletzungen ums Leben. (20. November 2011)
Amr Abdallah Dalsh, Reuters
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Der Anschlagsplan habe zum Ziel, die Volksversammlung anzuzünden, sagte Militärratsmitglied, General Adel Emara, heute. Für die Mitteilung unterbrach er eigens eine Pressekonferenz, nachdem er einen Anruf bekommen hatte, in dem er nach eigenen Angaben über den Anschlagsplan informiert wurde.

Der General fügte hinzu, «die Massen auf dem Tahrir-Platz» seien «bereit, diesen Plan auszuführen». Am frühen Morgen hatten die Sicherheitskräfte erneut versucht, Teile des zentralen Platzes in der Hauptstadt zu räumen, auf dem noch Dutzende Demonstranten ausharren. Dabei gingen sie brutal gegen die Protestteilnehmer auf dem Platz vor, wobei ein Mensch getötet wurde.

Wieder Strassenschlachten

Trotz des rigorosen Vorgehens der Sicherheitskräfte haben sich die Demonstranten auch heute nicht aus der Kairoer Innenstadt vertreiben lassen. Bereits den vierten Tag in Folge flogen rund um den Tahrir-Platz Steine.

Nach Angaben von Augenzeugen lieferte sich ein harter Kern von rund 400 Demonstranten Strassenschlachten mit der Ordnungspolizei. Nach Angaben regierungsnaher Medien wurden seit Freitag zwölf Menschen getötet. Mehr als 700 Menschen sollen Verletzungen erlitten haben.

Der aus Ägypten stammende und in den USA forschende Nobelpreisträger Ahmed Zeweil zeigte sich entsetzt über das Chaos in seiner alten Heimat. Es sei sehr bedauerlich, dass sich Schläger unter die Demonstranten gemischt hätten, sagte er in einer TV-Ansprache, die heute von lokalen Medien abgedruckt wurde.

Islamisten nicht beteiligt

Die Islamisten, die während der Massenproteste gegen Präsident Hosni Mubarak Anfang des Jahres noch mit linken und liberalen Regimegegnern zusammen demonstriert hatten, beteiligen sich nicht an der aktuellen Protestwelle.

Die Proteste richten sich gegen den Obersten Militärrat, der die Macht von Mubarak übernommen hatte, und gegen die von den Militärs eingesetzte Übergangsregierung.

In der ersten und zweiten Etappe der Parlamentswahl, die am 28. November begonnen hatte und bis zum 10. Januar andauern wird, liegt die Partei der Muslimbrüder vorn, die sich selbst als «moderat-islamisch» bezeichnet, gefolgt von den radikalen Islamisten der Partei des Lichts. Die Stichwahl der zweiten Etappe beginnt am Mittwoch.

SDA/kle

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