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Airlines sollen Transporthilfe für Somalia leisten

Die Lufthansa, British Airways, Virgin und UPS haben die Hilfswerke bereits darin unterstützt, Hilfsgüter nach Afrika zu fliegen. Andere Gesellschaften sollen nun dem Beispiel folgen, findet die UNO.

Hilfe von ungewohnter Seite: Mitglieder der islamistischen al-Shabab-Miliz verlassen ein Flüchtlingslager in Mogadiscio, nachdem sie dort Lebensmittel verteilt haben. (3. September 2011)
Hilfe von ungewohnter Seite: Mitglieder der islamistischen al-Shabab-Miliz verlassen ein Flüchtlingslager in Mogadiscio, nachdem sie dort Lebensmittel verteilt haben. (3. September 2011)
Reuters
Hart umkämpft: Ausgabe von Hilfsgütern in Mogadischu. (4. August 2011)
Hart umkämpft: Ausgabe von Hilfsgütern in Mogadischu. (4. August 2011)
AFP
Flüchtlinge aus dem Süden Somalias warten auf ihre Rationen in einem Lager in Mogadiscio. (15. Juli 2011)
Flüchtlinge aus dem Süden Somalias warten auf ihre Rationen in einem Lager in Mogadiscio. (15. Juli 2011)
Keystone
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Die UNO hat an internationale Fluggesellschaften appelliert, Transporthilfe für die hungernden Menschen in Somalia zu leisten. Bisher hätten bereits die Lufthansa, British Airways, Virgin und der Logistikkonzern UPS mit Flügen ausgeholfen, sagte die Sprecherin des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF, Marixie Mercado, in Genf.

«Das ist genau die Art von Unterstützung, die wir brauchen können», sagte Mercado weiter. Daher müsse die Unterstützung unbedingt fortgesetzt und auch von anderen Fluggesellschaften übernommen werden.

Zwölf Millionen Menschen hungern

Laut Mercado kostet etwa ein Jumbo, der 100 Tonnen Lebensmittel geladen habe, etwa 246'000 Euro, wenn er von Europa zum Horn nach Afrika fliegt. UNICEF wolle aber 5000 Tonnen in die Region schicken. Derzeit gebe es mehr als 2,3 Millionen unterernährte Kinder am Horn von Afrika. Wenn in wenigen Wochen keine Hilfe komme, müssten mehr als 500'000 von ihnen sterben.

Insgesamt hungern in mehreren Staaten im Osten Afrikas etwa zwölf Millionen Menschen, darunter in Somalia, Äthiopien und Kenia. In Genf hiess es, auch in Uganda könne es zu einer Hungersnot kommen.

Miliz greift Friednstruppe an

Bei einem Bombenanschlag auf die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AMISOM) in der somalischen Hauptstadt Mogadiscio sind derweil am Montagabend mindestens zwei Soldaten getötet worden.

Drei weitere wurden nach Angaben von AMISOM-Sprecher Paddy Ankunda verletzt, als mehrere Selbstmordattentäter der radikalislamischen Al-Shabab-Miliz in das Lager eindrangen. Die Angreifer, die somalische Militäruniformen trugen, hätten versucht, weiter in das Militärcamp vorzudringen und dort ihre Bomben zu zünden, sagte Ankunda heute.

Sie seien jedoch von Mitgliedern der Friedenstruppe aufgehalten und getötet worden, bevor sie ihr Ziel erreichten. Dabei sei der Sprengstoff explodiert und habe die AU-Soldaten in den Tod gerissen.

Jeden Tag kommen 1500 Somalier an

Unterdessen fliehen weiter verzweifelte Hungernde nach Mogadiscio und in die Nachbarländer. Allein im grössten Flüchtlingslager der Welt im kenianischen Dadaab kommen laut UNO-Angaben weiterhin täglich bis zu 1500 Somalier an, die tagelang zu Fuss unterwegs waren, um der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren zu entkommen.

Besonders schwer betroffen sind die Regionen, die von der al-Shabab-Miliz kontrolliert werden. Die Miliz kämpft seit Jahren gegen die Übergangsregierung in Mogadiscio und gegen die 2006 entsandte AMISOM, die diese unterstützt.

Ziel der Gruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida ist es, in der Region eine strenge Auslegung des islamischen Rechts durchzusetzen und am Horn von Afrika einen islamischen Staat gründen.

SDA/miw

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