Zum Hauptinhalt springen

Algerien kommt nicht zur Ruhe

Nach dem Rücktritt von Abdelaziz Bouteflika gibt es neue Proteste. Diese richten sich nun gegen neue Machthaber.

Massendemonstrationen in Algier: Die Bevölkerung fordert freie Wahlen und Reformen. (5. April 2019)
Massendemonstrationen in Algier: Die Bevölkerung fordert freie Wahlen und Reformen. (5. April 2019)
Ramzi Boudina, Reuters

In Algerien hat es wieder Massenproteste gegeben, die sich nun gegen die neuen Machthaber aus dem Umfeld Abdelaziz Bouteflikas richten. Vor dem alten Postgebäude in der Hauptstadt Algier versammelten sich am Freitag tausende Demonstranten. Die Anführer der Protestbewegung hatten in Online-Netzwerken zu «fröhlichen Demonstrationen» aufgerufen, um das «diktatorische Regime friedlich zu stürzen».

Der 82-jährige Bouteflika war nach wochenlangen Massenprotesten am Dienstagabend zurückgetreten. Zuvor hatte auch das Militär auf ein Ende der 20-jährigen Amtszeit des greisen Staatschefs gedrungen. Die Proteste richten sich nun gegen die drei Bouteflika-Vertrauten Abdelkader Bensalah, Tayeb Belaiz et Noureddine Bedoui, die den Übergang organisieren sollen und von den Demonstranten «3B» genannt werden.

Der 77-jährige Bensalah, ein langjähriger Weggefährte Bouteflikas und Vorsitzender des Oberhauses des Parlaments, soll als Interims-Staatschef die Amtsgeschäfte weiterführen und innerhalb von 90 Tagen Wahlen organisieren. Belaiz, der 16 Jahre lang Minister war, wurde noch von Bouteflika zum Präsidenten des Verfassungsrats ernannt, der die Wahl überwacht. Der im März von Bouteflika zum Regierungschef ernannte Bedoui war zuvor Innenminister.

Der Ruf nach freien Wahlen und Reformen

Die Demonstranten lehnen die Politiker wegen ihrer Nähe zu Bouteflika ab und fordern auch sie zum Rücktritt auf. Einer der Anführer der Proteste, der Anwalt Mustapha Bouchachi, forderte eine Fortsetzung der Demonstrationen, «bis sie alle weg sind». Bisher hätten die Regierungsgegner «nur zum Teil» gewonnen, sagte er in einem Online-Video. «Die Algerier werden diese Symbole des Regimes nicht akzeptieren.»

Die Demonstranten fordern, dass stattdessen neue Übergangsinstitutionen eingesetzt werden sollen, die freie Wahlen organisieren und Reformen in Gang setzen sollen.

AFP/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch