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Assad lässt mit neuer Strategie Quartiere säubern

Die Regierung in Syrien scheint im Kampf gegen die Opposition eine neue Strategie zu verfolgen. Mit einem neuen Ultimatum versucht Damaskus, die Gewalt auch gegenüber der UNO zu rechtfertigen.

Schwere Gefechte: Küstenstadt Haffa. (Juni 2012)
Schwere Gefechte: Küstenstadt Haffa. (Juni 2012)
Reuters

Nach blutigen Kämpfen mit Tausenden Toten droht die syrische Führung ihren Gegnern mit einer Militäroffensive. Mehrere regierungsnahe Medien meldeten gestern, die bewaffneten Regimegegner hätten 24 Stunden Zeit, um ihre Waffen niederzulegen und sich zu stellen.

Sollten sie dies nicht tun, werde die Armee «den Terroristen mit militärischen Mitteln» zu Leibe rücken. Dies habe die Regierung von Machthaber Bashar al-Assad auch dem Syrien-Sondervermittler Kofi Annan mitgeteilt.

Die Opposition beobachtet schon seit mehreren Tagen eine Änderung der Strategie der Regimetruppen. Offenbar versuchen sie, die Regimegegner – die vornehmlich sunnitische Araber sind – aus bestimmten Wohngebieten zu vertreiben, sodass grössere Enklaven regimetreuer Kräfte entstehen. Assad gehört der Minderheit der Alawiten an.

Ganze Dörfer sind leer

Doch nicht nur Stadtbezirke, sondern ganze Dörfer werden von den Regierungstruppen geräumt. Fotojournalisten berichteten, dass die Küstenstadt Haffa bei der Ankunft von UNO-Beobachtern verlassen war. Viele Gebäude seien beschädigt und leer.

Nach Angaben der Opposition hatten Regierungstruppen und Widerständler acht Tage lang um Haffa gekämpft. Bei dem Beschuss des Ortes seien mindestens 80 Menschen getötet worden. Die syrische Regierung hatte erklärt, ihre Truppen hätten Haffa «von Terroristen gesäubert». Die Ortschaft war mehrheitlich von Sunniten bewohnt und galt als Rebellenhochburg.

Kampfhelikopter im Einsatz

Bei einem Autobombenanschlag, zwei schweren Explosionen und Kämpfen starben auch am Donnerstag in Syrien binnen weniger Stunden mindestens zehn Zivilisten und zwei Rebellen, Dutzende Menschen wurden verletzt. In der Hauptstadt Damaskus wurde nach Angaben von Aktivisten auch ein Waffenlager der Regierungstruppen angegriffen.

Das syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte teilte mit, Regierungstruppen hätten erneut schwere Waffen eingesetzt. Nach Angaben der Opposition flogen Helikopter des Regimes Kampfeinsätze. In der Protesthochburg Rastan wurde der lokale Rebellenführer Ahmed Bahbuh bei Angriffen getötet.

Amnesty International erhebt in seinem jüngsten Bericht schwere Vorwürfe gegen die syrische Führung.Regierungstruppen und regimetreue Milizen seien für schwere Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich, heisst es darin.

SDA/rbi/omue

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