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Assad lässt Panzer auffahren

Präsident Assad befindet sich im Krieg gegen sein eigenes Volk. Der Aufstand soll bereits über 1000 Todesopfer gefordert haben. Doch die Proteste gehen weiter.

Hier fuhr die syrische Armee später die Panzer auf: Handy-Aufnahme von einer Demonstration in der Stadt Talbiseh. (27. Mai 2011)
Hier fuhr die syrische Armee später die Panzer auf: Handy-Aufnahme von einer Demonstration in der Stadt Talbiseh. (27. Mai 2011)
Keystone

Das Regime in Syrien ist erneut mit Härte gegen Demonstranten vorgegangen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden mindestens zwei Menschen getötet, als Regierungstruppen unterstützt von Panzern zwei Städte angriffen, in denen es in den vergangenen Wochen immer wieder zu heftigen Protesten gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad gekommen war. In der Nacht hatten Sicherheitskräfte bei Protesten ausserdem im Norden des Landes das Feuer auf Demonstranten eröffnet, hiess es.

Vor den Angriffen auf die Städte Rastan und Talbiseh in der Provinz Homs hätten die Behörden die Städte von der Aussenwelt abgeschnitten, erklärten die Aktivisten. Telekommunikationsverbindungen seien gekappt und alle Strassen gesperrt worden. «Die Städte sind belagert», sagte einer der Aktivisten. Nach Angaben des Syrischen Observatoriums für Menschenrechte (SOHR) wurden in Rastan zwei Menschen getötet und in Talbiseh vier verwundet.

Feuer auf Demonstranten eröffnet

In der Stadt Deir el Sour im Nordosten des Landes schossen Polizisten in der Nacht auf rund 8.000 Demonstranten, wie der Menschenrechtsaktivist Mustafa Osso sagte. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Auch in anderen Landesteilen habe es in der Nacht neue Proteste gegeben, unter anderem in einigen Vororten der Hauptstadt Damaskus.

Der Fernsehsender al-Jazeera zeigte ein Amateurvideo von fünf verwundeten syrischen Soldaten, die offenbar auf dem Boden eines Krankenhauses liegen. Der Sender zitierte Aktivisten, die behaupteten, die Soldaten seien von Kameraden angeschossen worden, nachdem sie sich geweigert hatten, das Feuer auf die Demonstranten zu eröffnen.

Die Proteste gegen die Regierung von Präsident Assad haben nach Angaben von Menschenrechtsgruppen seit Mitte März mehr als 1.000 Menschen das Leben gekostet. Nach einem Bericht der «Washington Post» unterstützt der Iran das syrische Regime bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste. Neben Waffen und Schutzausrüstungen habe Teheran auch Ausbilder und Berater, darunter auch Mitglieder der Eliteeinheit Al-Kuds, sowie Überwachungstechnik geliefert, berichtet die Zeitung unter Berufung auf US-Vertreter.

dapd/ami

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