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Aufstand der Mineure endet mit Einigung

Die streikenden Arbeiter der südafrikanischen Mine Lonmin konnten die Betreiber offenbar zum Einlenken bewegen: Sie sollen 22 Prozent mehr Lohn erhalten, wenn sie am Donnerstag die Arbeit wieder aufnehmen.

Jubel und Gesänge: Die Arbeiter der Platinmine feiern die Einigung mit der Betreibergesellschaft. (18. September 2012)
Jubel und Gesänge: Die Arbeiter der Platinmine feiern die Einigung mit der Betreibergesellschaft. (18. September 2012)
Reuters

Rund sechs Wochen nach Beginn der südafrikanischen Minen-Proteste mit 45 Toten haben die streikenden Kumpel in Marikana mit der Betreibergesellschaft Lonmin eine Einigung erzielt. Die Löhne würden um 22 Prozent erhöht und eine Einmalzahlung von 2000 Rand (224 Franken) geleistet, sagte Bischof Joe Seoka, der zwischen beiden Seiten vermittelt hatte. Die Bergleute hätten im Gegenzug zugestimmt, am Donnerstag die Arbeit wieder aufzunehmen.

«Ihr habt als Arbeiter gewonnen», rief Seoka rund 5000 Streikenden zu, die sich am Dienstag in einem Stadion versammelt hatten. Als die Einigung stand, brach die Menschenmenge in Jubel aus und stimmte Gesänge an. Danach bildeten die Arbeiter eine Schlange und tanzten ausgelassen aus dem Stadion.

Wochenlange Streiks und 45 Tote

Seoka kündigte an, sich noch einmal mit dem Lonmin-Management an den Verhandlungstisch setzen zu wollen, um die Abmachung noch am Dienstagabend unter Dach und Fach zu bringen. Im Oktober werde es dann weitere Treffen geben, bei denen weitere Lohnerhöhungen ausgehandelt werden könnten, sagte der Geistliche weiter.

Der Arbeitskampf in der 70 Kilometer nordwestlich von Johannesburg gelegenen Mine Marikana hatte am 10. August begonnen. Der Konflikt erreichte am 16. August einen blutigen Höhepunkt, als in einem der schlimmsten Fälle von Polizeigewalt seit dem Ende der Apartheid 34 streikende Minenarbeiter von Sicherheitskräften getötet und 78 weitere verwundet worden waren. Insgesamt kamen 45 Menschen ums Leben.

Zuma: «Haben die Lage unter Kontrolle»

Staatspräsident Jacob Zuma versuchte derweil in Brüssel, mögliche Zweifel am Investitionsstandort Südafrika zu zerstreuen. «Wir sind immer noch ein demokratisches Land und haben die Lage unter Kontrolle», versicherte er am Dienstag.

Das Blutvergiessen sei «ein Schock» für das Land und in dieser Form «nicht zu erwarten gewesen», sagte Zuma. Wichtig sei aber auch, dass die Regierungsbehörden und Zivilbevölkerung schnell darauf reagiert hätten und eine Untersuchungskommission eingesetzt worden sei, um die Vorgänge aufzuklären. Für ausländische Investoren gebe es daher keinen Anlass zur Sorge.

dapd/fko

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