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Ban lädt zerstrittene Jemeniten und Saudis nach Genf

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon schlichtet im Konflikt zwischen Jemen und Saudiarabien. Zuvor hatten jemenitische Huthi-Rebellen erstmals Raketen auf Saudiarabien abgefeuert.

Protest: Bewaffnete Huthi-Anhänger demonstrieren gegen die Politik Saudi-Arabiens.
Protest: Bewaffnete Huthi-Anhänger demonstrieren gegen die Politik Saudi-Arabiens.
Yahay Arhab, Keystone

Inmitten einer erneuten militärischen Eskalation im Jemen-Konflikt hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Beteiligten offiziell zu Friedensgesprächen nach Genf eingeladen. Sie sollen am 14. Juni beginnen und hoffentlich einen Neustart für «einen friedlichen, ordentlichen und inklusiv von Jemeniten geleiteten Übergangsprozess» bringen, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric in New York. Saudiarabien hatte zuvor erstmals den Abschuss einer jemenitischen Scud-Rakete gemeldet.

Ban begrüsste Dujarric zufolge die Zusage des exilierten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi und der schiitischen Huthi-Rebellen, an den Genfer Gesprächen teilzunehmen. Sie sollten ohne Vorbedingungen geführt werden. Zudem rief er zu einer humanitären Feuerpause auf, um Hunderttausende Jemeniten mit dem Notwendigsten versorgen zu können.

Den Raketenabschuss bestätigt

Die jemenitischen Huthi-Rebellen bestätigten saudiarabische Angaben, eine Scud-Rakete auf eine Stadt mit einem grossen Luftwaffenstützpunkt abgefeuert zu haben. Sie wurde nach einer Meldung der saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA vom Patriot-Raketenabwehrsystem abgeschossen. Sie sei im Anflug auf die Stadt Chamis Muschait gewesen. Angaben über Verletzte oder Schäden gingen aus der Meldung nicht hervor.

Es war der erste Einsatz des Raketentyps aus dem Kalten Krieg durch die Rebellen seit Beginn der von einer saudiarabisch geführten Koalition geführten Luftangriffe im Jemen. In Chamis Muschait befindet sich der König-Chalid-Luftwaffenstützpunkt, der grösste des Landes. Seit dem 26. März fliegt die saudiarabische Koalition Luftangriffe auf die Huthis und ihre Verbündeten. Nach UN-Angaben wurden dabei mehr als 1000 Zivilisten getötet. Eine Million Menschen seien vertreiben worden.

Militärischer Konflikt in einem armen Land

Den militärischen Vormarsch der Rebellen hielten die Luftangriffe nicht auf. Am Samstag wurde nach Angaben jemenitische Sicherheitskreise in den Regionen Abjan, Hadscha und Tais gekämpft. Die Koalition habe Luftangriffe auf Ziele in Abjan, Amran und Saada geflogen.

Seit Monaten kämpfen Unterstützer der Regierung von Präsident Hadi und die Rebellen um die Vorherrschaft in dem bitterarmen Land. Die Rebellen hatten vergangenes Jahr die Hauptstadt Sanaa eingenommen. Hadi floh nach Saudiarabien.

SDA/fal

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