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Barak: Iran hat Angriff gerade noch verhindert

Laut dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak hat Teheran seine Atomwaffenpläne vorübergehend auf Eis gelegt. Ansonsten hätte das Regime noch vor den US-Wahlen einen Militärschlag riskiert.

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«Moment der Wahrheit» verschoben: Ehud Barak.(15. Februar 2012)
«Moment der Wahrheit» verschoben: Ehud Barak.(15. Februar 2012)

Der Iran hat nach Aussage des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak seine Atomwaffenpläne vorübergehend auf Eis gelegt. Teheran habe mehr als ein Drittel seines angereicherten Urans in die zivile Forschung gegeben und damit den «Moment der Wahrheit» um acht bis zehn Monate verschoben, sagte Barak der Zeitung «Daily Telegraph» bei einem Besuch in London.

Hätte der Iran das Material nicht im August an einen Forschungsreaktor gegeben, hätte er bereits vor der US-Präsidentschaftswahl im November den Ausschlag für eine Konfrontation geliefert, fügte Barak hinzu. Barak teilte mit, der Iran habe in der Vergangenheit 189 Kilo gefährlichen Urans angereichert, davon jedoch 38 Prozent zu Brennstäben für einen zivilen Forschungsreaktor verarbeitet.

Mehrere Gründe möglich

Der Grund dafür könne die Diskussion über einen möglichen Angriff der USA oder Israels sein, es könne sich dabei auch um ein Signal an die Internationale Atomenergiebehörde oder einen diplomatischen Schachzug handeln, mit dem der Iran Zeit gewinnen wolle. Möglicherweise handle es sich jedoch nur um eine kurzfristige Atempause, sagte Barak.

Israel und seine westlichen Verbündeten verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Der UNO-Sicherheitsrat verhängte bereits mehrere Sanktionsrunden gegen Teheran, zuletzt hatte auch die EU Sanktionen gegen den Staat beschlossen. Die iranische Regierung weist die Vorwürfe zurück. Israel, das sich von dem Atomprogramm in seiner Existenz bedroht sieht, erwägt einen Angriff auf Nuklearanlagen im Iran. Auch die Regierung von US-Präsident Barack Obama schloss eine Militäraktion als letztes Mittel nicht aus.

(AFP)

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