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Barak zieht sich aus der Politik zurück

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat angekündigt, bei der kommenden Parlamentswahl nicht mehr anzutreten. Letztes Jahr hatte der ehemalige General noch eine eigene Partei gegründet.

Will mehr Zeit mit seiner Familie verbringen: Israels Verteidigungsminister Ehud Barak. (Archivbild AFP)
Will mehr Zeit mit seiner Familie verbringen: Israels Verteidigungsminister Ehud Barak. (Archivbild AFP)

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak will nach der Parlamentswahl im Januar aus der Regierung ausscheiden. Dies teilte der 70-Jährige völlig überraschend vor Journalisten in Tel Aviv mit.

«Ich habe entschieden, mich aus dem politischen Leben zurückzuziehen und nicht an der kommenden Wahl zur Knesset teilzunehmen», sagte der Minister. Er wolle seiner Familie mehr Zeit widmen, erklärte der geschiedene Vater von drei Töchtern und mehrfache Grossvater.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu teilte mit, er respektiere Baraks Entscheidung. Netanyahu dankte ihm für die Zusammenarbeit in der Regierung und hob vor allem Baraks langjährige Verdienste um die Sicherheit Israels hervor.

Hochdekorierter Militärvertreter

Barak ist seit 2007 israelischer Verteidigungsminister. Er diente zunächst unter dem damaligen Regierungschef Ehud Olmert von der Kadima-Partei, später unter dem derzeitigen Ministerpräsidenten Netanyahu vom rechten Likud-Block.

Zuvor war Barak Aussenminister und von 1999 bis 2001 Ministerpräsident Israels. Er ist der höchstdekorierte Militärvertreter des Landes und war früher Generalstabschef.

Barak hatte die sozialdemokratische Arbeitspartei im Januar vergangenen Jahres nach einem heftigen Richtungsstreit verlassen und die Partei Atzmaut (Unabhängigkeit) gegründet. Diese käme laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage zur anstehenden Parlamentswahl auf gerade einmal vier der insgesamt 120 Sitze der Knesset - für den Anspruch auf den Posten des Verteidigungsministers eine schmale Basis.

Iran zuoberst auf Tagesordnung

Trotz Baraks Dauerrivalität mit Netanyahu zogen beide Politiker im Atomstreit mit dem Iran an einem Strang. Zugleich aber pflegte Barak in jüngster Zeit Kontakte zu US-Präsident Barack Obama, mit dem sich Netanyahu zerstritten hatte. «Die Iran-Frage bleibt sehr wichtig, auch wenn ich in drei Monaten meinen Posten räumen werde. Sie bleibt als zentrale Frage auf der Tagesordnung», betonte Barak.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas und andere militante Palästinenserorganisationen werteten die Ankündigung Baraks als weiteren Beweis für ihren Sieg und eine Niederlage der israelischen Armee.

AFP/mw

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