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Bessere Koordination, neue Ziele und andere Waffen

Die jüngsten Anschläge auf westliche Ziele in Afghanistan zeugen von einem Taktikwechsel der Taliban. Zudem nutzt die Organisation vermehrt die Schlagkraft einer neuen, heimtückischen Waffe.

Grosse Wucht: Afghanischer Polizist vor einem Auto, das von einer Magnetbombe zerstört wurde. (Archivbild)
Grosse Wucht: Afghanischer Polizist vor einem Auto, das von einer Magnetbombe zerstört wurde. (Archivbild)
Keystone

In diesem Jahr begann der Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan. Bis im Jahr 2014 wird die Regierung in Kabul wieder ganz sich selbst überlassen. Weder Soldaten aus den USA, Deutschland oder Grossbritannien stehen ihr dann noch unterstützend zur Seite.

Die Talibanherrschaft, die in Teilen Afghanistans bis ins Jahr 2001 anhielt, ist mittlerweile beendet. Doch die Gefahr durch die islamistische Miliz blieb bestehen und erreichte in diesem Sommer einen neuen Höhepunkt: Ende Juni stürmte ein Selbstmordkommando das Luxushotel Intercontinental in Kabul.

Diese Woche war es die US-Botschaft in der Hauptstadt, die als Terrorziel herhalten musste. Diese beiden Anschläge waren nicht grausamer als unzählige andere in diesem Jahr. Doch beide Male betrafen sie westliche Ziele, schlugen hohe mediale Wellen und erhielten eine maximale Aufmerksamkeit. Auch die Entführung der beiden Schweizer, von denen seit Anfang Juli jede Spur fehlt, fällt in dieselbe Kategorie symbolträchtiger Attacken.

Taliban mit Taktikwechsel

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) glaubt, dass die Taliban einen Taktikwechsel vollzogen haben. «Spiegel online» zitiert aus einem E-Mail, in dem Mitarbeiter des GIZ warnen: Es gebe «glaubwürdige Gefahrenwarnungen», dass die Taliban in Afghanistan derzeit «ihre Taktik, Technik und Vorgehensweisen» neu ausrichten.

Darunter fallen auch Waffen, die eine neue Bedrohung mit sich bringen. Konkret erwähnt die GIZ Magnetbomben. Und warnt: «Um diese Sprengsätze anzubringen, beauftragen die Aufständischen Kinder und anderes Personal.» Die Fahrer müssten ständig auf der Hut sein und dürften auf keinen Fall einschlafen. Auch bei Verkehrsstaus sei die Umgebung um das Auto aufmerksam zu beobachten, zitiert «Spiegel online» die GIZ. Die Extremisten können die Bomben quasi im Vorbeigehen an den Fahrzeugen befestigen.

Koordination auf neuem Niveau

Die USA warnten: Beim jüngsten Angriff in Kabul, bei dem 27 Menschen ums Leben kamen, sei es das erste Mal, dass Extremisten koordinierte Anschläge auf diesem Niveau in mehreren Vierteln der afghanischen Hauptstadt ausübten. Das lege die Vermutung nahe, dass die Aufständischen Hilfe von Sympathisanten bei den afghanischen Streitkräften hatten.

Zu dem Angriff bekannten sich die Taliban. Die USA und auch die Polizei in Kabul vermuteten, dass auch das Haqqani-Netzwerk dahinter stecken könnte. Die Gruppe hat sowohl Beziehungen zu den Taliban als auch zur Terrorgruppe al-Qaida und gilt inzwischen als eine der grössten Gefahren für die Stabilität in Afghanistan. Ihre Rückzugsgebiete haben die Kämpfer des Haqqani-Netzwerks in den Stammesregionen im Westen Pakistans.

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