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«Bis unser Traum von einem demokratischen Land wahr wird»

Das EU-Waffenembargo gegen Syrien bleibt in Kraft. Der Gipfel in Brüssel einigte sich nicht auf eine gemeinsame Linie. Die Rebellen geben sich anlässlich des zweiten Jahrestages des Aufstandes überzeugter denn je.

Verhasster Präsident: Während einer Protestaktion schlägt ein Junge ein Bild von Bashar Assad mit einem Schuh. (15. März 2013)
Verhasster Präsident: Während einer Protestaktion schlägt ein Junge ein Bild von Bashar Assad mit einem Schuh. (15. März 2013)
Reuters

Die Aufständischen in Syrien wollen ihren Kampf gegen die Führung um Präsident Bashar al-Assad bis zu deren Sturz weiterführen. «Die grossen Herausforderungen, vor denen wir noch stehen, stärken unsere Entschlossenheit, das Regime von Assad zu stürzen und ein neues Syrien zu schaffen.»

Das erklärte die oppositionelle Nationale Koalition zum zweiten Jahrestags des Beginns des Aufstands. Auch der Militärchef der Rebellen, Selim Idriss, sagte, der Kampf gehe weiter, «bis unser Traum von einem demokratischen Land wahr wird». Der Weg dorthin führe über «den Sturz des verbrecherischen Regimes», sagte Idriss in einem im Internet verbreiteten Video.

«Das Regime wird fallen»

«Wir sind überzeugt, dass das Regime fallen wird. Wir werden alles tun, damit der Kampf so kurz wie möglich ist und das Ausmass der Zerstörungen sowie die Zahl der Opfer möglichst gering ausfallen», sagte Idriss.

Der Militärchef forderte zugleich mehr Unterstützung vom Ausland für die Rebellen. «Wir bitten die freie Welt, uns mit Waffen und Munition sowie humanitärer und medizinischer Hilfe zu unterstützen», sagte er.

Keine Aufhebung des EU-Waffenembargos

Das EU-Waffenembargo gegen Syrien bleibt in Kraft. Der EU-Gipfel in Brüssel einigte sich nicht auf eine neue gemeinsame Linie. Die Beratungen sollen aber weiter gehen. «Wir sind alle sehr besorgt über die verzweifelte Situation in Syrien», sagte der niederländische Premierminister Mark Rutte zum Abschluss des Gipfels. «Europa kann nur dann eine starke und effektive Rolle spielen, wenn es als Einheit agiert.»

Der französische Staatspräsident François Hollande hatte eine Aufhebung des Embargos gefordert, Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen für den Kampf gegen Bashar al-Assad zu ermöglichen. Auch Grossbritannien spricht sich für Waffenlieferungen an die Rebellen aus mit der Begründung, das Regime von Bashar al-Assad beziehe Rüstungsgüter von Russland und Iran. Andere EU-Staaten lehnen die Lieferung von Waffen in das Bürgerkriegsland aber weiter ab.

Luftangriffe in der Provinz Daraa

Mit massiven Luftangriffen ist Syriens Regime am zweiten Jahrestag des Aufstands gegen die Protesthochburgen vorgegangen. Das Militär flog Angriffe in der südlichen Provinz Daraa, wo die Massenproteste im März 2011 eskaliert waren. Das teilten die syrischen Menschenrechtsbeobachter mit. Auch im Umland von Damaskus habe es Luftschläge gegeben. Vor zwei Jahren hatte es am 15. März in der Hauptstadt die erste Protestkundgebung gegen das Assad-Regime geben.

Oppositionelle berichteten zudem von neuerlichen Angriffen mit ballistischen Raketen des Typs «Scud» auf Ziele im Norden des Landes, wo die Rebellen stark sind. In einigen Gegenden gingen Aktivisten zum zweiten Jahrestag des Aufstands auf die Strasse.

Der Aufstand gegen Assad hatte am 15. März 2011 zunächst friedlich begonnen und entwickelte sich später zu einem Bürgerkrieg. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 70'000 Menschen getötet.

SDA/kpn

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