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Blitzbesuch in Afghanistan

Frankreichs Präsident François Hollande ist zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen. Auf dem Stützpunkt Nijrab will er den französischen Soldaten erklären, warum er sie bald nach Hause holt.

Auf unangekündigtem Besuch: François Hollande steigt in der Basis von Nijrab aus einem Armeehubschrauber. (25. Mai 2012)
Auf unangekündigtem Besuch: François Hollande steigt in der Basis von Nijrab aus einem Armeehubschrauber. (25. Mai 2012)
Reuters
Sollen bis Ende 2012 abgereist sein: Frankreichs Präsident begrüsst seine Soldaten. (25. Mai 2012)
Sollen bis Ende 2012 abgereist sein: Frankreichs Präsident begrüsst seine Soldaten. (25. Mai 2012)
AFP
Will sein Wahlversprechen einhalten: Hollande spricht zu den Truppen. (25. Mai 2012)
Will sein Wahlversprechen einhalten: Hollande spricht zu den Truppen. (25. Mai 2012)
AFP
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Frankreichs Präsident François Hollande hat während eines nicht angekündigten Besuchs in Afghanistan seine Pläne für einen beschleunigten Truppenabzug verteidigt. 2000 der 3500 französischen Soldaten sollen das Land bis Ende 2012 verlassen.

Der Einsatz im Kampf gegen den Terrorismus und die Taliban stehe kurz vor seinem Abschluss, sagte der neue Staatschef nach einem Treffen mit seinem Kollegen Hamid Karzai in Kabul. «Wir werden in Afghanistan bleiben, aber in einer anderen Rolle. Unsere Kooperation wird sich auf die zivile Front konzentrieren», fügte er hinzu.

Als Bereiche nannte Hollande Bildung, Kultur oder Archäologie. Auch wirtschaftlich könne Frankreich mit Afghanistan zusammenarbeiten, etwa beim Wohnungsbau, den erneuerbaren Energien und in der Landwirtschaft.

Ausbilder bleiben im Land

Von den 3500 in Afghanistan stationierten Franzosen sind 2000 Kampfsoldaten, der Rest ist meist in der Ausbildung tätig. Nach dem Abzug der Kampftruppen Ende dieses Jahres will Frankreich den Nato-Militäreinsatz aber weiter unterstützen und lässt Ausbilder im Land. Die Nato plant, alle ihre Kampftruppen bis Ende 2014 aus Afghanistan abzuziehen.

Hollande hatte im Wahlkampf versprochen, dass er die Soldaten Ende 2012 abziehen werde – ein Jahr früher, als von seinem Vorgänger Nicolas Sarkozy angekündigt. Beim Nato-Gipfel am vergangenen Wochenende in Chicago bekräftigte er diese Haltung und sorgte damit für Irritationen bei den Verbündeten, die an dem beschlossenen Fahrplan zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen festhalten wollen.

Besuch in gefährlicher Provinz

Hollande, der sein Amt vor zehn Tagen angetreten hatte, wurde von Aussenminister Laurent Fabius und Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sowie mehreren Offizieren begleitet. Die Reise war aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehalten worden.

Der Präsident landete am Morgen in der Hauptstadt Kabul, flog dann aber zunächst zum französischen Militärstützpunkt Nidschrab in Kapisa. In Kapisa sind die meisten der französischen Soldaten in Afghanistan stationiert.

Kapisa zählt zu den unsicheren Regionen Afghanistans. In der Provinz, für die demnächst afghanische Sicherheitskräfte die Verantwortung übernehmen, kämpfen Drogenhändler mit den radikalislamischen Taliban um die Vorherrschaft. Experten rechnen daher mit Problemen durch den Rückzug.

Im Januar waren in Kapisa vier französische Soldaten von einem afghanischen Soldaten erschossen und acht weitere verletzt worden. Seit Beginn des internationalen Einsatzes Ende 2001 starben 83 französische Soldaten in Afghanistan.

Gewalt nimmt kein Ende

Die Gewalt in Afghanistan dauerte unterdessen an. Am Freitag wurden nach offiziellen Angaben bei drei Anschlägen im Süden des Landes mindestens vier Menschen getötet und sieben verletzt.

In der Provinz Urusgan wurden ein Polizist getötet und zwei verletzt, als ihr Fahrzeug in eine Sprengfalle geriet, wie die Provinzregierung mitteilte. In der Provinz Helmand wurden bei einem Bombenanschlag auf einen Bus nach Angaben der dortigen Behörden zwei Passagiere getötet und drei schwer verletzt. Bei einem Selbstmordanschlag nahe der Grenze zu Pakistan wurde der Attentäter getötet.

dapd/kpn

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