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Boko Haram verschleppt 100 Jungen und Männer

In Nigeria haben sich Islamisten offenbar eine weitere Massenentführung zu Schulden kommen lassen. Soldaten einer multinationalen Truppe nahmen die Verfolgung auf. Es kam zu Gefechten.

Boko Haram erregte mit der Entführung von mehr als 200 Mädchen international Aufsehen. Nun wurden auch fast 100 Jungen und Männer entführt: Ein Mann demonstriert in Abuja für die Freilassung der entführten Mädchen. (12. August 2014)
Boko Haram erregte mit der Entführung von mehr als 200 Mädchen international Aufsehen. Nun wurden auch fast 100 Jungen und Männer entführt: Ein Mann demonstriert in Abuja für die Freilassung der entführten Mädchen. (12. August 2014)
Afolabi Sotunde, Reuters
Bisher vor allem in Friedensmissionen der UNO und der Afrikanischen Union oder im Nigerdelta im Einsatz, weist die nigerianische Armee Defizite im Kampf gegen Boko Haram auf: Nigerianische Soldaten als Teil der Westafrikanischen Union Ecowas in der malischen Hauptstadt Bamako. (19. Januar 2013)
Bisher vor allem in Friedensmissionen der UNO und der Afrikanischen Union oder im Nigerdelta im Einsatz, weist die nigerianische Armee Defizite im Kampf gegen Boko Haram auf: Nigerianische Soldaten als Teil der Westafrikanischen Union Ecowas in der malischen Hauptstadt Bamako. (19. Januar 2013)
Eric Feferberg, AFP
Die Anhänger der einstigen Jusuf-Sekte sehen sich als «Anhänger der wahren Lehre des Propheten und des Heiligen Kriegs». Wegen ihrer Kritik an der säkularen Schulbildung werden sie im Volksmund «Boko Haram» genannt. «Boko Haram» bedeutet: «Westliche Erziehung ist Sünde».
Die Anhänger der einstigen Jusuf-Sekte sehen sich als «Anhänger der wahren Lehre des Propheten und des Heiligen Kriegs». Wegen ihrer Kritik an der säkularen Schulbildung werden sie im Volksmund «Boko Haram» genannt. «Boko Haram» bedeutet: «Westliche Erziehung ist Sünde».
Reuters
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Die Extremistengruppe Boko Haram hat im äusserten Nordosten Nigerias laut Augenzeugenberichten dutzende junge Männer entführt. Anhänger der islamistischen Sekte hätten am vergangenen Sonntag mehrere Fischerdörfer am Tschad-See überfallen und dabei zahlreiche Einwohner getötet oder entführt, berichteten Augenzeugen heute. Da die entlegene Gegend kaum Mobilfunkabdeckung hat, dauerte es Tage, bis die Nachricht der Überfälle nach aussen drang.

Erst Überlebende, denen die Flucht in die Regionalhauptstadt Maiduguri gelang, berichteten Einzelheiten der Angriffe. Die Augenzeugin Halima Alhaji Adam aus dem Dorf Doron Baga berichtete, die Einwohner hätten die Angreifer zuerst für Soldaten gehalten.

Doch dann hätten die Kämpfer zu schiessen begonnen und Häuser in Brand gesteckt. Demnach zwangen die Boko-Haram-Kämpfer rund hundert junge Männer im Alter zwischen 15 und 30 Jahren in Motorboote und nahmen sie mit über den See in den Tschad. Zwei andere Frauen und ein örtlicher Kommandeur einer Bürgerwehr bestätigten den Bericht.

Soldaten befreien angeblich 20 Geiseln

Die Einwohnerin Fatima Suleiman sagte, die Dorfbewohner fürchteten, dass Boko Haram die Entführungsopfer als «Fusssoldaten» einsetzte. Der Kommandeur der Bürgerwehr, Mohammed Gava, sagte, auch mehrere Mädchen und Frauen seien verschleppt worden. In der Region ist eine multinationale Truppe aus Nigeria, Tschad und Niger im Einsatz. Sie soll für Sicherheit sorgen und den Schmuggel bekämpfen. Laut den Augenzeugen wurden nach dem Angriff Soldaten dieser Truppe in die Dörfer entsandt.

Als am Mittwoch Boko-Haram-Kämpfer in die Gegend zurückkehrten, kam es demnach zu Gefechten mit den Soldaten. Suleiman sagte, den Armeeeinheiten sei es gelungen, 20 Geiseln zu befreien. Die Armee war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Boko Haram wird vorgeworfen, immer wieder Menschen zum Einsatz als Kämpfer, Sklaven oder Ehefrauen zu entführen. Mitte April machte die Gruppe international Schlagzeilen, als sie mehr als 200 Mädchen aus einer Schule verschleppte.

AFP/rub

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