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Brandgefährliche Videos aus dem Iran

Ermutigt von den Tunesiern und Ägyptern demonstrieren die Iraner wieder für Freiheit. Handy-Videos auf Youtube, Facebook und Twitter dokumentieren den Freiheitskampf.

Nach Tunesien und Ägypten hofft auch Iran auf eine Umwälzung: Zusammenstellung von Youtube-Videos, die am 14. Februar in Teheran von Demonstranten aufgenommen wurden. (Bearbeitung: Jan Derrer)

Gestern sind im Iran Tausende Menschen aus Protest gegen die Führung auf die Strasse gegangen. Viele Demonstranten hielten die Ereignisse mit den Kameras ihrer Mobiltelefone fest. Die oft unter Todesgefahr aufgenommenen Videos dokumentieren Unglaubliches: Ein junger Mann reisst ein Plakat des politischen und religiösen Führers Ali Khamenei von der Häuserwand. Die Menge jubelt. In einem Bus skandieren Passagiere «Freiheit! Freiheit! Freiheit!». Und im Licht von brennenden Containern schallt durch die Nacht der Ruf: «Tod dem Diktator!».

Die iranische Presse kann nicht frei über die Demonstrationen berichten. Und für die ausländischen Medien ist die Berichterstattung zu gefährlich. In die Lücke springen soziale Medien wie Youtube, Facebook und Twitter. Die Demonstranten nutzen die sozialen Medien vielfältig. Sie dienen ihnen einerseits zur Organisation und Verbreitung ihrer Botschaften. Andererseits sind sie auch Nachrichten-, Dokumentations- und Propagandakanal. Die Videos werden meistens anonym ins Netz gestellt, denn wer im Iran soziale Medien für politische Anliegen nutzt, muss mit harten Sanktionen rechnen. Es ist daher meistens unklar, wer der Absender ist.

Eine Person ist tot

Die iranische Polizei hat unterdessen bestätigt, dass gestern bei Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten eine Person getötet worden sei. Mehrere Dutzend Menschen, darunter neun Sicherheitskräfte, seien verletzt worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf die Polizei. Einer der Verletzten befinde sich in kritischem Zustand.

Die EU rief die Regierung in Teheran zum Schutz der Demonstranten auf. «Die Rechte der Bürger, darunter die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, müssen vollständig geschützt werden», erklärte EU-Aussenpolitikchefin Catherine Ashton. Sie verlangte von den Sicherheitskräften, keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten einzusetzen. Die EU beobachte die Ereignisse scharf, insbesondere die mutmasslichen Restriktionen gegen Oppositionsmitglieder.

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