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«Der grösste Rückschlag» im Kampf gegen Ebola

Nach dem Sturm auf eine Quarantänestation flohen in Liberias Hauptstadt 37 Ebola-Patienten. 20 wurden bisher aufgespürt. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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In Liberias Hauptstadt Monrovia haben Behörden am Montag die Suche nach den aus einer Quarantänestation geflohenen Patienten mit möglicher Ebola-Infektion fortgesetzt. Rund 20 der 37 Geflüchteten hätten aufgespürt werden können und befänden sich nun in zwei Krankenhäusern zur Beobachtung, teilte Informationsminister Lewis Brown mit. Nach den 17 restlichen werde weiter gesucht. Die Quarantänestation im Slum West Point war am Samstag von verärgerten Anwohnern geplündert worden. Dabei nutzten Patienten die Gelegenheit zur Flucht.

Den Sturm auf das Center nannte Brown den «bisher grössten Rückschlag» im Kampf gegen die oftmals tödlich verlaufende Krankheit, die sich über Körperflüssigkeiten wie Blut verbreitet. Sorgen bereiteten den Gesundheitsbehörden die bei der Plünderung entwendeten Gegenstände wie Laken und Decken, die blutverschmiert waren und damit wahrscheinlich mit dem Virus kontaminiert sind. Es wird nun befürchtet, dass sich die oftmals tödlich verlaufende Krankheit weiter ausbreitet. In West Point leben mindestens 50'000 Menschen.

Chaos in Monrovia

Viele der Geflohenen seien zu ihren Gemeinschaften zurückgekehrt und hätten dort geortet werden können, sagte Brown weiter. Unter den 37 sei das Ebola-Virus bisher nicht festgestellt worden, die Beobachtung müsse aber weitergehen. Liberia ist mit bisher 413 Todesfällen besonders von diesem jüngsten Ebola-Ausbruch betroffen.

In Monrovia sei das Chaos ausgebrochen. «Während ich spreche, ist die Polizeistation menschenleer. In West Point gibt es im Moment keine Sicherheit», wird Bewohner Moses Teah von der Zeitung «Front Page Africa» zitiert. Ebola-Kranke seien zur weiteren Versorgung von Bewohnern der Armensiedlung mit nach Hause genommen worden.

Neue Taskforce der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat derweil wegen der Epidemie eine gemeinsame Taskforce mit der weltweiten Luftfahrt- und Tourismusindustrie gebildet. Ziel sei es, eine weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern, teilte die WHO am Montag in Genf mit.

Demnach arbeitet die WHO zur Eindämmung der Seuche mit der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), der Welttourismusorganisation (UNWTO), dem internationalen Flughafenverband ACI, der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) und dem Welttourismusverband (WTTC) zusammen.

Angestrebt werde eine «abgestimmte internationale Antwort» der Reise- und Tourismusbranche. Das erste Treffen der Arbeitsgruppe fand demnach bereits am Mittwoch vergangener Woche statt.

AFP/mrs

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